Gaben auf der Wirtschaftspressekonferenz der AMK einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der deutschen Küchenbranche (v.l.): Alexander Wolf (NIQ/GfK Consultant CSM I Elektrogroßgeräte), Volker Irle (CEO AMK), Bernd Weisser (Nobilia-Werke), Christian Gerwens (Miele & Cie.). Foto: AMK
Nach Angaben von NIQ/GfK stieg der Umsatz des deutschen Küchenfachhandels mit Küchenmöbeln 2025 um 3,9 Prozent, obwohl die Verkaufsmenge leicht zurückging. Der durchschnittliche Auftragswert legte dagegen um 5,3 Prozent auf 12.177 Euro zu. In den ersten beiden Monaten 2026 erhöhte sich dieser Wert nochmals auf 12.404 Euro.
Als wesentliche Treiber nennt die Marktforschung eine zunehmende Nachfrage nach hochwertiger Ausstattung und energieeffizienter Technik. Besonders gefragt seien bessere Energieeffizienzklassen, größere Geschirrspüler, Kochfelder mit integriertem Dunstabzug sowie designorientierte Einbaugeräte wie schwarze Backöfen.
„Der höhere Durchschnittswert zeigt, dass viele Kaufentscheidungen heute stärker über den erwarteten Nutzen getroffen werden“, sagt Alexander Wolf, NIQ/GfK Consultant CSM I Elektrogroßgeräte. „Wer in eine neue Küche investiert, denkt langfristig. An Verbrauchskosten, Bedienkomfort, Platznutzung und die gestalterische Integration in den Wohnraum. Für den Küchenfachhandel ist das ein Vorteil, weil er diese Anforderungen in Beratung und Planung zusammenführen kann.“
Während der Gesamtmarkt für Haushaltsgeräte 2025 unter Druck stand, konnten küchennahe Vertriebskanäle ihre Marktposition ausbauen. Laut GfK erhöhte sich der Marktanteil der Küchenspezialisten bei klassischen Haushaltsgroßgeräten von 14,9 auf 15,6 Prozent.
Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit Einbaugeräten im Möbel- und Küchenfachhandel. Hier stieg die Absatzmenge um 0,8 Prozent, der Umsatz um 2,0 Prozent und der durchschnittliche Verkaufspreis beziehungsweise Auftragswert um 1,2 Prozent. Damit schnitt der Küchenfachhandel deutlich besser ab als viele andere Vertriebskanäle.
Christian Gerwens, Geschäftsführer Miele Deutschland und AMK-Vorstandssprecher, sieht darin einen klaren Wettbewerbsvorteil des Kanals: „Hausgeräte werden im Küchenfachhandel nicht isoliert verkauft, sondern als Teil eines geplanten Gesamtsystems. Genau darin liegt die Stärke dieses Vertriebskanals: Beratung, Planung, Möbel, Geräte und Nutzung werden zusammen gedacht.“
Für die kommenden Jahre erwartet die AMK weiterhin positive Impulse durch Modernisierungsvorhaben und hochwertige Küchenausstattungen. Als zentrale Wachstumstreiber nennt der Verband insbesondere energieeffiziente Küchentechnik, offene Wohnkonzepte sowie den steigenden Stellenwert der Küche als Wohn- und Lebensraum.
Nach Einschätzung der AMK verfügt der deutsche Markt zudem über erhebliches Modernisierungspotenzial: Rund 16 Mio. Küchen in Deutschland sind älter als 20 Jahre. Dies entspricht etwa 36 Prozent des gesamten Küchenbestands.
Der Start ins Jahr 2026 verlief für die Küchenmöbelindustrie positiv. Im ersten Quartal stieg der Gesamtumsatz um 3,58 Prozent auf rund 1,43 Mrd. Euro. Die AMK warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen und rechnet für das Gesamtjahr weiterhin eher mit einer Seitwärtsbewegung.
„Die Zahlen zum Jahresstart sind ein positives Signal, aber noch kein Beleg für eine breite Markterholung“, sagt Christian Gerwens. „Zwischen einer verbesserten Stimmung und einer tatsächlichen Kaufentscheidung liegt ein fragiler Prozess. Gerade bei größeren Investitionen wie einer neuen Küche reagieren Verbraucherinnen und Verbraucher sehr sensibel auf Unsicherheiten.“
Langfristig bleibt die AMK dennoch optimistisch. Bis 2030 sollen Küchenmöbel ihren Marktanteil innerhalb der Möbelbranche weiter ausbauen und die Marke von 30 Prozent erreichen. Davon dürfte auch die Nachfrage nach hochwertigen Einbau- und Hausgeräten profitieren.
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