Der aktuelle EU5 Inflation Barometer von NielsenIQ zeigt im Nonfood-Bereich ein anderes Bild als bei Lebensmitteln und Getränken. Während die FMCG-Inflation im Mai 2026 in mehreren europäischen Märkten noch positiv ausfällt, bewegen sich zahlreiche Nonfood-Kategorien seitwärts oder in der Deflation. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Homecare-Produkten. Für den Elektrogerätehandel sind die Daten vor allem als Indikator für das preisbewusste Konsumumfeld in haushaltsnahen Warengruppen relevant.
Nonfood entwickelt sich schwächer als Food
NielsenIQ untersucht im EU5 Inflation Barometer die Märkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Grundlage sind Preisdaten aus dem FMCG-Bereich für Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Über alle fünf Märkte hinweg verlangsamte sich die FMCG-Inflation auf 1,1 Prozent. In Deutschland lag sie bei 1,3 Prozent, in Spanien bei 1,2 Prozent und in Italien bei 0,6 Prozent. Großbritannien verzeichnete mit 2,3 Prozent den höchsten Wert, während Frankreich mit minus 0,4 Prozent bereits eine leichte Deflation auswies.
Im Nonfood-Bereich fällt die Entwicklung deutlich verhaltener aus. In Frankreich lagen die Preise für Nonfood und verwandte Kategorien 1,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Italien kam auf minus 1,5 Prozent, Großbritannien auf minus 0,1 Prozent. Deutschland und Spanien lagen mit jeweils 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent nur knapp im positiven Bereich.
Damit zeigt sich in allen fünf Märkten ein deutlich geringerer Preisauftrieb als in vielen Food- und Getränkekategorien.
Homecare in allen fünf Märkten ohne Preisauftrieb
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Segment Homecare. Hier weist NielsenIQ in sämtlichen untersuchten Märkten rückläufige oder nahezu unveränderte Preise aus.
In Deutschland lag die Inflationsrate für Homecare bei minus 2,3 Prozent. In Frankreich betrug sie minus 1,9 Prozent, in Italien minus 1,4 Prozent und in Großbritannien minus 1,1 Prozent. Spanien bewegte sich mit minus 0,1 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Auch andere Nonfood-Bereiche zeigen ein heterogenes Bild. In Frankreich lagen Health and Beauty sowie Healthcare deutlich im Minus, während diese Kategorien in Großbritannien teilweise noch Preissteigerungen aufwiesen. Deutschland verzeichnete bei Health and Beauty ein Plus von 1,5 Prozent, während Healthcare leicht rückläufig war.
Für die Einordnung im Elektrogeräteumfeld ist wichtig: Der NielsenIQ-Bericht untersucht FMCG und damit keine langlebigen Elektrohausgeräte. Die Entwicklung im Bereich Homecare und anderen haushaltsnahen Nonfood-Segmenten kann jedoch Hinweise darauf geben, unter welchem Preisdruck sich konsumnahe Haushaltskategorien derzeit bewegen.
Homecare zeigt erhöhte Preissensibilität
Neben der Inflationsentwicklung untersucht NielsenIQ auch die Preiselastizität einzelner Kategorien. Dabei zeigt sich, dass Homecare in mehreren Märkten vergleichsweise sensibel auf Preisveränderungen reagiert.
In Deutschland liegt die reguläre Preiselastizität für Homecare bei minus 1,63. Ein Preisnachlass von zehn Prozent könnte laut Modell einen Absatzanstieg von 24 Prozent auslösen. Für Großbritannien weist NielsenIQ eine Preiselastizität von minus 1,80 und ebenfalls einen möglichen Mengenanstieg von 24 Prozent bei einem zehnprozentigen Rabatt aus.
In Italien liegt die Preiselastizität bei minus 1,79; ein Preisnachlass von zehn Prozent könnte hier einen Absatzanstieg von 25 Prozent bewirken. Spanien weist für Homecare eine Elastizität von minus 1,37 und einen modellierten Uplift von 19 Prozent aus. In Frankreich fällt die Preissensibilität mit minus 1,15 niedriger aus; für einen zehnprozentigen Preisnachlass wird dort ein Absatzplus von 15 Prozent modelliert.
Die Daten zeigen damit, dass Preispositionierung und Promotions im Nonfood-Umfeld weiterhin eine wichtige Rolle spielen können. Gleichzeitig unterscheiden sich die Märkte deutlich in ihrer Reaktion auf Preisänderungen.
Deutschland mit leicht positivem Nonfood-Niveau
Für Deutschland zeigt der Bericht ein zweigeteiltes Bild. Während Lebensmittel im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent teurer waren, gingen die Preise bei Getränken um 0,8 Prozent zurück. Nonfood lag insgesamt bei einem Plus von lediglich 0,2 Prozent.
Innerhalb des Nonfood-Bereichs gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Homecare lag bei minus 2,3 Prozent, Papierprodukte bei minus 1,0 Prozent und Healthcare bei minus 0,2 Prozent. Dagegen verteuerten sich Health-and-Beauty-Produkte um 1,5 Prozent und Tiernahrung um 1,4 Prozent.
Parallel dazu sank die gesamte FMCG-Inflation in Deutschland seit Januar 2026 deutlich. Nach 3,8 Prozent zu Jahresbeginn waren es im Mai noch 1,3 Prozent. Damit lag die Preisentwicklung bei FMCG zugleich unter der allgemeinen Verbraucherpreisinflation.
Für Anbieter und Händler haushaltsnaher Nonfood-Produkte deutet dies auf ein Umfeld hin, in dem Preissteigerungen zunehmend schwieriger durchzusetzen sein können und Verbraucher bei einzelnen Kategorien sensibel auf Preisänderungen reagieren.
Autor infoboard.de (10114 Beiträge)
Grete (Redaktionshund) - sorgt immer für gute Stimmung!



