Die Stimmung im Handel hellt sich weiter auf

Marktforschung
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Der Handel blickt im Juli 2026 etwas weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Nach den aktuellen Konjunkturumfragen des ifo Instituts sind die Unternehmen zufriedener mit den laufenden Geschäften und bewerten auch ihre Erwartungen günstiger als im Vormonat. Trotz der Verbesserung bleibt das Geschäftsklima der Branche jedoch deutlich im negativen Bereich.

Handel erholt sich von seinem Frühjahrstief

Das Geschäftsklima im deutschen Handel hat sich im Juli erneut aufgehellt. Der saisonbereinigte Saldo verbesserte sich von minus 26,7 Punkten im Juni auf minus 23,4 Punkte. Damit setzte sich die Erholung fort, die nach dem deutlichen Einbruch im Frühjahr eingesetzt hatte. Im April hatte der Handelsindikator noch bei minus 32,7 Punkten gelegen.

Die Unternehmen zeigten sich im Juli etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zugleich fielen die Erwartungen für die kommenden sechs Monate weniger pessimistisch aus. Nach Angaben des ifo Instituts nahm insbesondere unter den Einzelhändlern die Sorge vor der weiteren Geschäftsentwicklung etwas ab.

Von einer grundlegenden Entspannung kann dennoch nicht gesprochen werden. Der Saldo bleibt deutlich negativ und liegt unter dem Wert des Vorjahresmonats. Im Juli 2025 hatte das Geschäftsklima im Handel bei minus 20,2 Punkten gelegen.

Auch die grafische Darstellung nach Wirtschaftsbereichen zeigt, dass sich der Handel trotz der jüngsten Verbesserung weiterhin in einem schwachen konjunkturellen Umfeld bewegt. In der Heatmap des ifo Instituts bleibt die Branche dem Krisenbereich zugeordnet, in dem sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen unterdurchschnittlich ausfallen.

ifo Geschäftsklima, Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen

Höhere Erwartungen stützen das gesamtwirtschaftliche Geschäftsklima

Das Geschäftsklima in der deutschen Wirtschaft insgesamt stieg im Juli auf 86,6 Punkte. Im Juni hatte der saisonbereinigte Index bei 85,7 Punkten gelegen. Ausschlaggebend waren vor allem deutlich bessere Erwartungen der Unternehmen.

Der Erwartungsindex erhöhte sich von 84,3 auf 86,7 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich dagegen leicht von 87,0 auf 86,5 Punkte. Damit zeigt sich die Wirtschaft weniger pessimistisch, obwohl die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte insgesamt etwas zurückhaltender bewerten.

Im Vergleich zum Handel fällt die Stimmung in den übrigen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich aus. Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima spürbar. Die Nachfrage belebte sich, während der Materialmangel zurückging. Auch im Dienstleistungssektor und im Bauhauptgewerbe legten die Indikatoren zu.

Der Handel weist mit minus 23,4 Punkten weiterhin den niedrigsten Geschäftsklimasaldo unter den vier erfassten Wirtschaftsbereichen auf. Das Verarbeitende Gewerbe erreichte minus 9,6 Punkte, der Dienstleistungssektor minus 4,4 Punkte und das Bauhauptgewerbe minus 20,4 Punkte.

Einzelhandel bleibt zwischen vorsichtiger Erholung und schwacher Nachfrage

Für Handelsunternehmen ist die aktuelle Entwicklung zweigeteilt. Die bessere Bewertung der laufenden Geschäfte und die weniger skeptischen Erwartungen deuten auf eine gewisse Stabilisierung hin. Gleichzeitig bleibt die Ausgangslage angespannt.

Die Verbesserung gegenüber dem Frühjahr zeigt, dass der starke Stimmungseinbruch nicht weiter anhält. Dennoch signalisiert der weiterhin deutlich negative Saldo, dass mehr Unternehmen ihre Situation ungünstig als günstig bewerten. Auch die Erwartungen bleiben per saldo zurückhaltend.

Für den Einzelhandel bedeutet dies, dass sich die Stimmung zwar leicht verbessert, eine belastbare konjunkturelle Erholung aber noch nicht erkennbar ist. Die Unternehmen rechnen offenbar nicht mehr mit einer ebenso starken Verschlechterung wie zuvor, sehen jedoch weiterhin erhebliche Risiken für die kommenden Monate.

Die Ergebnisse passen damit zu einem Marktumfeld, in dem Kaufzurückhaltung, wirtschaftliche Unsicherheit und eine schwache Nachfrage das Geschäft weiterhin belasten können. Der aktuelle ifo-Bericht selbst macht hierzu allerdings keine weitergehenden Angaben zu einzelnen Handelsbranchen oder Warengruppen.

Rund 9.000 Unternehmen fließen in den Index ein

Das ifo Geschäftsklima basiert auf rund 9.000 monatlichen Meldungen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor, dem Handel und dem Bauhauptgewerbe. Die Unternehmen bewerten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

Die Geschäftslage kann als gut, befriedigend oder schlecht eingestuft werden. Bei den Erwartungen wählen die Unternehmen zwischen günstiger, gleichbleibender oder ungünstiger. Aus den jeweiligen Antwortsalden berechnet das ifo Institut das Geschäftsklima.

Die aktuelle Befragung zeigt für den Handel eine erkennbare, aber noch begrenzte Verbesserung. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob sich die vorsichtigeren Erwartungen in den kommenden Monaten auch in einer stabileren Geschäftslage niederschlagen.

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