Es war eine Fachpressekonferenz der besonderen Art: Unter dem Motto „Gemeinsam hoch hinaus“ lud Liebherr ins maritime Herz der Unternehmensgruppe – in das Kranwerk nach Rostock. Für die Hausgeräte-Sparte bedeutete die Veranstaltung dabei weit mehr als nur einen Perspektivwechsel. Erstmals durfte der Bereich Kühlen und Gefrieren seine Fachpressekonferenz inmitten einer völlig anderen Liebherr-Welt ausrichten – zwischen Hafenmobilkranen, Offshore-Technologie und Schwerlast-Ingenieurskunst.

Gerade diese außergewöhnliche Kulisse machte den Reiz der Veranstaltung aus. Wo sonst gigantische Hafenmobilkrane und Offshore-Lösungen entstehen, sprachen Martin Ludwig, Head of Business Area Western Europe und Member oft he Executive Commitee LHV, Nicole Ganzenmüller, Regional Communication Manager und Roman Möhlinger, als Regional Communication Manager neu im Team, von Liebherr-Hausgeräte über Marktstrategien, Premium-Positionierung und neue Impulse für den Fachhandel. Die Verbindung der beiden Welten – Schwerindustrie und Premium-Kühltechnik – verlieh dem Event eine besondere Symbolkraft: unterschiedliche Sparten, ein gemeinsames Markenverständnis. Visualisiert mit einem Liebherr-Kühlgerät , das in einem Container am Haken eines Krans vor dem Veranstaltungsraum schwebte.

Beeindruckende Bühne für den Fachhandel
Schon bei der Begrüßung wurde deutlich, wie bewusst der Veranstaltungsort gewählt war. Das Team betonte mehrfach die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Kollegen aus Rostock und die enge Zusammenarbeit innerhalb der Liebherr-Gruppe. Die maritime Umgebung im hohen Norden passe perfekt zur Philosophie der Unternehmensgruppe und unterstreiche zugleich den familiären Charakter des Konzerns.

Für viele Teilnehmer aus der Hausgeräte- und Küchenbranche öffnete sich damit eine völlig neue Liebherr-Welt. Das Rostocker Werk beeindruckte nicht nur durch seine Dimensionen, sondern auch durch seine technologische Bedeutung innerhalb der Sparte Maritime Cranes. Besonders eindrucksvoll: die 800 Meter lange Produktionshalle – die längste Werkhalle der gesamten Liebherr-Gruppe. Hier entstehen Hafenmobilkrane, Offshore-Krane und hochspezialisierte Lösungen für die weltweite Hafenlogistik.
Ein Höhepunkt war die Vorstellung des gigantischen „TCC 78000“. Mit einer möglichen Höhe von 154 Metern überragt der Spezialkran sogar den Kölner Dom und symbolisierte damit perfekt das Veranstaltungs-Motto „Gemeinsam hoch hinaus“.
Zwei Welten, ein gemeinsamer Anspruch
Gerade der Kontrast zwischen Schwerlasttechnik und Premium-Kühlgeräten machte den besonderen Charakter der Veranstaltung aus. Denn obwohl die Produktwelten kaum unterschiedlicher sein könnten, verbindet die Liebherr-Sparten ein gemeinsamer Anspruch: Qualität, Langlebigkeit, Ingenieurskunst und Innovationskraft.

Die Hausgeräte-Sparte nutzte die außergewöhnliche Bühne, um ihre aktuelle Marktposition selbstbewusst zu präsentieren. Im Fokus stand dabei die „Nummer 1“-Kampagne im Bereich Kühlen und Gefrieren. Liebherr betonte die Rolle als letzter verbliebener, deutscher Spezialist im Segment und unterstrich die Bedeutung der Partnerschaft mit dem Fachhandel.

Besonders deutlich wurde dabei, dass sich Liebherr bewusst gegen kurzfristige Preisstrategien positioniert. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Premiumqualität, Energieeffizienz, Langlebigkeit und Beratungsstärke im Handel. Die zehnjährige Herstellergarantie, BioFresh-Technologie und nachhaltige Produktkonzepte bilden dabei zentrale Bausteine der Markenstrategie.
Diese Strategie zahlte sich auch im vergangenen Geschäftsjahr aus. Der Bruttoumsatz der Liebherr Vertriebs und Service GmbH stieg 2025 trotz der stürmischen Gemengelage um 3,3 Prozent auf 338 Mio. Euro. 80 Prozent davon fallen auf die europäische Union. Insgesamt setzte die Firmengruppe im letzten Jahr 14,772 Mrd. Euro um.
Sieben operative Maßnahmen für den Fachhandel
Im Zentrum der Präsentation standen sieben operative Maßnahmen, mit denen Liebherr gemeinsam mit dem Fachhandel durch die aktuell herausfordernde Marktlage navigieren will. Statt kurzfristiger Trends wolle man sich auf konkrete Mehrwerte und operative Exzellenz konzentrieren.
1. Fokus auf Nachhaltigkeit
Liebherr stellte die Energieeffizienz seiner Geräte, die zehnjährige Herstellergarantie sowie die BioFresh-Technologie als zentrale Verkaufsargumente heraus. Ergänzt wird dies durch kurze Lieferwege innerhalb Europas und digitale Händlerlösungen wie das Portal „TradePlace“.
2. Produkte mit hoher Wertschöpfung
Im Mittelpunkt stehen Premiumprodukte mit hoher Beratungs- und Ertragsqualität für den Fachhandel. Liebherr setzt bewusst auf Qualität, Langlebigkeit und Mehrwert statt auf Preisdruck.
3. Wiederkehrende Umsätze
Der stationäre Fachhandel bleibt für Liebherr zentraler Vertriebspartner. Ziel ist es, durch starke Markenbindung und Vertrauen langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und stabile Umsätze zu sichern.
4. Beratungsleistung und Service
Persönliche Beratung, Zubehörverkauf und langfristige Serviceleistungen gewinnen weiter an Bedeutung. Liebherr verweist dabei unter anderem auf eine Ersatzteilversorgung von bis zu 15 Jahren.

5. Schulungsprogramme
Mit Formaten wie dem „Explorers Club“ investiert Liebherr intensiv in Trainings, Verkaufscoaching und Produktwissen für den Fachhandel. Die Programme seien regelmäßig ausgebucht.
6. Endkundenansprache durch Marketing
360-Grad-Kampagnen, POS-Maßnahmen, Podcasts, Out-of-Home-Werbung und aufmerksamkeitsstarke Aktionen sollen die Frequenz im stationären Handel erhöhen und Premiumprodukte emotional aufladen.
7. Qualitätsvertrieb und Logistik
Liebherr setzt auf klare Fachhandelsstrukturen, digitalisierte Prozesse und schnelle europäische Lieferketten. „Wir wissen, dass ein großer Player aus Asien in den Markt drängt. Wir haben viele Prozesse digitalisiert, die Bedarfsplanung auf ein Pull-System umgestellt. Kundenaufträge haben Vorfahrt in den Werken. Kurze Wege in Europa sind ein riesengroßer Wettbewerbsvorteil. Wir bieten Direktlogistik zum Kunden mit dem Hermes Kundenservice an und haben das gesamte Sortiment A, B, C auf dem LKW verfügbar. Das ist ein riesengroßer Kostenvorteil und eine hohe Flexibilität für den Handel“, sagte Martin Ludwig.
Positive Signale trotz schwieriger Marktlage

Auch wenn die Branche aktuell von Konsumzurückhaltung, geopolitischen Unsicherheiten und intensivem Wettbewerb geprägt ist, vermittelte die Veranstaltung bewusst Optimismus. Liebherr sieht sich als der „Fels in der Brandung“ für den Fachhandel und unterstrich die Stärke der familiengeführten Unternehmensgruppe mit ihrer breiten Diversifizierung über zahlreiche Geschäftsfelder hinweg.
Gleichzeitig nutzte Liebherr auch die Gelegenheit, neue Produkte vorzustellen, wie z. B. die neuen XXL-Einbaugeräte und weitere Innovationen, die erst kurz zuvor auf der EuroCucina in Mailand vorgestellt worden waren. Die Botschaft: Premium bleibt gefragt – wenn der Mehrwert klar kommuniziert wird.
„Gemeinsam hoch hinaus“ als gelebtes Motto
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Die Veranstaltung war weit mehr als eine klassische Pressekonferenz. Sie war ein sichtbares Zeichen dafür, wie stark die unterschiedlichen Liebherr-Sparten innerhalb der Gruppe miteinander verbunden sind.
Dass die Hausgeräte-Sparte ihre Fachpressekonferenz ausgerechnet im Kranwerk Rostock ausrichten durfte, verlieh dem Event eine besondere emotionale und symbolische Dimension. Zwischen Schwerlastkranen und Hafenatmosphäre wurde deutlich, dass „Gemeinsam hoch hinaus“ nicht nur ein Motto für zwei Veranstaltungstage war – sondern ein Selbstverständnis innerhalb der gesamten Liebherr-Familie.
