Ratenzahlungen und „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) sind in Europa längst im Massenmarkt angekommen. Laut einer repräsentativen YouGov-Studie im Auftrag von Galaxus nutzt rund die Hälfte der Befragten in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien entsprechende Angebote. In der Schweiz liegt der Anteil mit etwa 25 Prozent deutlich niedriger.

Für viele Verbraucher gehören Ratenkäufe inzwischen zum Alltag: Ein Großteil der Nutzer greift mehrmals pro Jahr darauf zurück, in Deutschland kauft sogar jeder fünfte BNPL-Nutzer monatlich auf Rechnung oder in Raten. Jede zehnte Person nutzt solche Angebote hierzulande sogar wöchentlich.
Elektronik als wichtigste Warengruppe

Für die Elektrohausgerätebranche besonders relevant: BNPL wird in Europa vor allem für Technikprodukte eingesetzt. In Deutschland nutzen 50 Prozent der Befragten Ratenzahlungen für Elektronik, in Italien 54 Prozent und in Frankreich 44 Prozent. Auch Haushaltsgeräte spielen eine wichtige Rolle, insbesondere in Frankreich und Italien, wo jeweils rund 40 Prozent der Befragten entsprechende Produkte auf Raten kaufen.
Damit bestätigt sich der Trend, dass höherpreisige Konsumgüter – darunter klassische Elektro- und Haushaltsgeräte – besonders häufig über flexible Zahlungsmodelle finanziert werden.
Planbarkeit wichtiger als Konsumdruck

Haupttreiber für die Nutzung ist weniger spontane Konsumlust als vielmehr finanzielle Planungssicherheit. Am häufigsten nennen die Befragten den Grund: „Ich kann die Zahlungen gut in meinem Monatsbudget einplanen“. Daneben spielen Komfort und psychologische Effekte eine Rolle: Rund ein Viertel empfindet Ratenzahlungen als bequemer, während jeder Sechste angibt, dass sich Produkte dadurch „nicht mehr so teuer anfühlen“.
Gleichzeitig zeigt die Studie auch eine kritische Seite: Für jeden fünften Nutzer ist BNPL notwendig, weil er sich das Produkt sonst nicht leisten könnte – in Frankreich gilt das sogar für jeden dritten.
Unterschiede zwischen den Ländern
Auffällig sind nationale Unterschiede: Während in Deutschland und Österreich auch Modekäufe häufig finanziert werden, dominieren in Frankreich und Italien Haushaltsgeräte stärker. In der Schweiz wiederum stehen Fahrzeuge im Vordergrund.
Zudem berichten Schweizer Konsumenten von der höchsten psychischen Belastung durch Ratenzahlungen: 23 Prozent empfinden diese als „stark oder sehr stark“.
Relevanz für den Handel
Für den Elektrofachhandel ergibt sich daraus ein klares Bild: Flexible Zahlungsmodelle sind ein zentraler Absatztreiber – insbesondere bei höherpreisigen Geräten. Gleichzeitig wächst die Bedeutung einer verantwortungsvollen Kommunikation, da ein Teil der Kunden BNPL aus finanzieller Notwendigkeit nutzt.
Die entscheidende Frage bleibt dabei für viele Verbraucher unverändert: Wann lohnt es sich, „jetzt zu kaufen und später zu zahlen“?

