HDE kürt „Stores of the Year 2026“: Erlebnis und Inszenierung prägen den Handel der Zukunft

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat im Rahmen des Handelsimmobilienkongresses in Berlin die „Stores of the Year 2026“ ausgezeichnet und dabei fünf innovative Handelskonzepte prämiert. Die Auswahl unterstreicht die wachsende Bedeutung von Erlebnis, Markeninszenierung und hybriden Flächenkonzepten – Aspekte, die auch für den Elektrohausgerätehandel zunehmend relevant sind.

Innovative Storekonzepte setzen neue Maßstäbe im stationären Handel

In der Kategorie Fashion überzeugte & Other Stories in Hamburg mit einem modernen Storedesign, das Kreativität mit minimalistischer Ästhetik verbindet. Neben einem erweiterten Kosmetikangebot tragen Aufenthaltsbereiche und eine warme Farbgestaltung zur hohen Aufenthaltsqualität bei.

Das Eppli-Haus in Stuttgart wurde als bester Concept Store ausgezeichnet. Das Konzept kombiniert Auktionshaus, Verkaufsfläche und Werkstätten und schafft damit ein transparentes, hochwertiges Einkaufserlebnis rund um Luxusgüter. Die Verbindung von Präsentation, Bewertung und Handel in einem Raum zeigt, wie stationäre Flächen multifunktional gedacht werden können.

Mit dem Nähpark Live Store in Cham setzte sich in der Kategorie Home/Living ein besonders erlebnisorientiertes Konzept durch. Der Store vereint Beratung, Verkauf, Showroom und Contentproduktion. Digitale Elemente wie die „nähCam“ erweitern die stationäre Fläche in den virtuellen Raum – ein Ansatz, der auch für beratungsintensive Sortimente wie Hausgeräte zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Im Bereich Food wurde Rewe Gödecke in Bottrop-Kirchhellen ausgezeichnet. Das Konzept „Land trifft Pott“ verbindet regionale Identität mit modernem Ladenbau. Der generationsgeführte Markt zeigt, wie Emotionalisierung und lokale Verankerung gezielt zur Profilierung beitragen können.

Die Kategorie Beauty & Health gewann Satisfyer | Geske in Berlin mit einem radikal reduzierten Flächenkonzept: Produkte werden offen und ohne klassische Sicherungssysteme inszeniert, die Verkaufsfläche wird zur „Architektur gewordenen Markeninszenierung“. Der Fokus liegt klar auf Erlebnis und Interaktion statt auf traditioneller Warenpräsentation.

Erlebnis, Marke und Multifunktionalität als Erfolgsfaktoren

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Einordnung von Jurymitglied Dr. Johannes Berentzen, der auf LinkedIn drei zentrale Entwicklungen aus der Jury-Arbeit hervorhebt: „Vom Einzelunternehmen bis zum Konzern: beide können gewinnen, wenn das Konzept stimmt und konsequent verfolgt wird“. Gleichzeitig zeigt sich eine Verschiebung in den Bewerberfeldern: „Fashion & Home mit deutlich weniger Bewerbungen als früher, das spiegelt die Marktlage wider“. Dynamik entsteht hingegen in neuen Segmenten, denn: „Neue Kategorie Beauty & Health mit den meisten Bewerbungen, hier tut sich was im Handel“.

Der HDE würdigt mit dem Preis Handelskonzepte, deren Neu- oder Umbau nicht älter als ein Jahr ist. Die Jury, besetzt mit Experten aus Handel und Institutionen, hebt damit insbesondere innovative Ansätze hervor, die den stationären Handel zukunftsfähig machen.

Für die Elektrohausgerätebranche liefern die prämierten Stores wichtige Impulse – etwa in den Bereichen Erlebnisorientierung, Omnichannel-Verknüpfung und Flächeninszenierung. Wie schön wäre es, wenn bei der nächsten Preisverleihung ein Elektrofachgeschäft dabei wäre, das mit einem innovativen Konzept überzeugt.

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