GFU-Studie: KI-Chatbots sind im Alltag der Verbraucher angekommen

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KI-basierte Chatbots sind für einen Großteil der Bevölkerung in Deutschland bereits fester Bestandteil des Alltags. Das zeigt eine aktuelle, von YouGov durchgeführte Umfrage im Auftrag der GFU Consumer & Home Electronics GmbH unter 2.002 Teilnehmenden, die Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU Consumer & Home Electronics GmbH, am vergangenen Freitag  im Rahmen eines Kamingesprächs exklusiven Medienvertretern vorgestellt hat.

Besonders stark nutzen 18- bis 34-Jährige KI-basierte Chatbots, zudem ist die Nutzung bei Männern und Personen mit höherem Haushaltseinkommen stärker verbreitet.
Besonders stark nutzen 18- bis 34-Jährige KI-basierte Chatbots, zudem ist die Nutzung bei Männern und Personen mit höherem Haushaltseinkommen stärker verbreitet. Quelle: YouGov/GFU

 69 Prozent der Befragten nutzen KI-Chatbots bereits regelmäßig, mehr als ein Viertel sogar täglich. Besonders stark verbreitet ist die Nutzung bei den 18- bis 34-Jährigen, zudem bei Männern und Personen mit höherem Haushaltseinkommen.

Informationssuche dominiert die Nutzung

Der wichtigste Anwendungsfall für KI-Modelle ist die Informationsbeschaffung: Rund 69 Prozent der regelmäßigen Nutzer greifen hierfür auf KI-Chatbots zurück. Während ältere Befragte (55+) KI vor allem als Wissensquelle schätzen (76 Prozent), verwenden jüngere User die Technologie verstärkt zur Texterstellung und für kreative Aufgaben. Anwendungen wie Bild-, Video- oder Audiogenerierung sowie Datenanalyse und Programmierung spielen bislang eher eine nachgeordnete Rolle. Auch Produktrecherche und Kaufberatung werden aktuell nur von etwa einem Viertel der Befragten über KI genutzt.

KI-Modelle ersetzen zunehmend Suchmaschinen, Fachportale, Foren sowie den Austausch mit Freunden, Kollegen oder Experten.
KI-Modelle ersetzen zunehmend Suchmaschinen, Fachportale, Foren sowie den Austausch mit Freunden, Kollegen oder Experten. Quelle: YouGov/GFU

KI ersetzt klassische Informationskanäle

Die Studie zeigt zudem eine deutliche Verschiebung bei der Informationsbeschaffung: Wenn KI nicht verfügbar wäre, würden die meisten Nutzer auf klassische Suchmaschinen zurückgreifen (74–89 Prozent). Gleichzeitig ersetzen KI-Modelle zunehmend Suchmaschinen, Fachportale, Foren sowie den Austausch mit Freunden, Kollegen oder Experten. Damit übernehmen KI-Assistenzsysteme bereits heute zahlreiche Routineaufgaben und steigern die Effizienz von Recherche- und Arbeitsprozessen.

36 Prozent der Befragten nutzen KI-Chatbots für Freizeit und Hobbys. Quelle: YouGov/GFU
36 Prozent der Befragten nutzen KI-Chatbots für Freizeit und Hobbys. Quelle: YouGov/GFU

Bewusster und reflektierter Umgang

Trotz hoher Akzeptanz bleibt der Umgang mit KI pragmatisch: Nutzer empfinden KI-Modelle als hilfreich und zeitsparend, überprüfen Informationen jedoch häufig zusätzlich. Das Vertrauen ist bei komplexeren Fragestellungen folglich geringer als bei einfachen Informationsanfragen.

„Die Studie zeigt, dass KI-basierte Anwendungen bereits heute fest im Alltag vieler Menschen verankert sind. Darüber hinaus wird deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Technologie sehr bewusst einsetzen – als effizientes Werkzeug, nicht als Ersatz für eigenes Urteilsvermögen“, ordnet Carine Chardon die Ergebnisse ein. Genau darin liege das Innovationspotenzial: „KI unterstützt, strukturiert und inspiriert – und wird damit zu einem festen Bestandteil einer modernen, vernetzten Alltags- und Arbeitswelt“.

Ein zweiter Studienteil zur Rolle von KI-Sprachmodellen beim Einkaufsverhalten im Technologiebereich wurde im Auftrag der GFU im Januar 2026 erhoben. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Ende Februar 2026 angekündigt.

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