Laut den aktuellen Zahlen des GfK Konsumklimas verbessert sich der Indikator für Dezember leicht um 0,9 Zähler auf –23,2 Punkte. Positiv wirken die gestiegene Anschaffungsneigung (–6,0 Punkte, +3,3 gegenüber dem Vormonat) sowie eine sinkende Sparneigung. Allerdings belasten rückläufige Einkommenserwartungen (–0,1 Punkte) und eine schwächere Einschätzung der Konjunktur (–1,1 Punkte) das Gesamtbild.
„Mit der Stabilisierung liegt das Konsumklima aktuell fast exakt auf Vorjahresniveau. Die Daten deuten auf ein stabiles Weihnachtsgeschäft hin“, kommentiert Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Zugleich betont er: „Die Konsumenten erwarten kurzfristig keine durchgreifende Erholung.“
Das vom Handelsblatt Research Institute erstellte HDE-Konsumbarometer bestätigt diese Einschätzung und zeigt einen nochmals rückläufigen Trend. Im Dezember sinkt der Index auf 95,24 Punkte, den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Die Anschaffungsneigung fällt auf 85,98 Punkte (–1,41 Punkte), die Konjunkturerwartung auf 76,74 Punkte (–3,07 Punkte). Letztere erreichen damit den tiefsten Stand seit Anfang 2024.
Die leicht steigenden Einkommenserwartungen (+1,62 Punkte) werden im Bericht auf angekündigte Entlastungsmaßnahmen zurückgeführt – etwa die dauerhafte Erhöhung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer oder die geplante Abschaffung der Gasspeicherumlage ab Januar 2026. Diese Maßnahmen könnten die persönliche Finanzlage etwas verbessern, reichen aber laut Analyse nicht aus, um die Konsumstimmung grundlegend zu verändern.
Beide Studien kommen unabhängig voneinander zu einem vergleichbaren Ausblick: Die gesamtwirtschaftliche Erholung wird sich frühestens im Jahresverlauf 2026 einstellen. Die Konsumzurückhaltung dürfte auch in den ersten Monaten des neuen Jahres anhalten – trotz eines moderat verbesserten Preisumfelds und stabiler Arbeitsmarktzahlen.
Im HDE-Barometer heißt es dazu: „2025 war ein verlorenes Jahr ohne eine Erholung der Verbraucherstimmung – oder der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.“ Auch der Effekt des Regierungswechsels sei verpufft, politische Impulse blieben bislang aus.
Die parallele Auswertung beider Stimmungsindikatoren ergibt ein konsistentes Bild: Zwar deutet sich zum Jahresende keine weitere Verschlechterung an, doch die Hoffnungen auf einen konjunkturellen Aufbruch bleiben bislang unbegründet. Ohne spürbare Dynamik im privaten Konsum – der in Deutschland etwa 50 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ausmacht – fehlt ein zentraler Wachstumstreiber für das Jahr 2026. Sowohl der Einzelhandel als auch herstellende Branchen dürften sich entsprechend auf ein weiterhin schwieriges Marktumfeld einstellen müssen.
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