Verbraucherstimmung trübt sich vor dem Weihnachtsgeschäft ein

von infoboard.de
Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
  • Das HDE-Konsumbarometer sinkt im Oktober 2026 um 1,19 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 93,51 Punkte.
  • Die Anschaffungsneigung fällt deutlich, insbesondere aufgrund pessimistischerer Einkommenserwartungen und gestiegener Energiepreise.
  • Verbraucher erwarten eine Verschlechterung ihres verfügbaren Einkommens in den kommenden Monaten.
  • Höhere Energieausgaben schränken finanzielle Spielräume für andere Anschaffungen ein.
  • Das Barometer bildet Erwartungen für drei Monate ab, liefert aber keine konkreten Umsatzprognosen.

Die Konsumlaune in Deutschland verschlechtert sich im Oktober 2026 deutlich. Das HDE-Konsumbarometer sinkt auf 93,51 Punkte und liegt damit sowohl unter dem Vormonatswert als auch unter dem Vorjahresniveau. Besonders die rückläufige Anschaffungsneigung dämpft die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft.

Nach einer leichten Verbesserung im September verliert das Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland im Oktober 1,19 Punkte. Gegenüber Oktober 2025 beträgt der Rückgang 2,74 Punkte. Die Hoffnung auf eine Belebung des privaten Konsums im letzten Quartal erhält damit einen Dämpfer.

Die Entwicklung steht im Gegensatz zur positiveren Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage durch Unternehmen und Wirtschaftsforschungsinstitute. Bei den privaten Haushalten schlägt sich diese Verbesserung bislang nicht in einer höheren Konsumbereitschaft nieder.

Anschaffungsneigung und Einkommenserwartungen sinken

Der Teilindikator zur Anschaffungsneigung fällt im Oktober um 2,32 Punkte auf 84,15 Punkte. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt er 3,78 Punkte niedriger. Für den Elektrogerätehandel ist diese Entwicklung ein Hinweis auf ein weiterhin zurückhaltendes Konsumumfeld. Aussagen zur Nachfrage nach einzelnen Gerätekategorien liefert das Barometer jedoch nicht.

Auch ihre finanzielle Situation beurteilen die Befragten pessimistischer. Der Index der Einkommenserwartungen sinkt gegenüber September um 1,91 Punkte auf 97,28 Punkte. Im Vorjahresvergleich beträgt das Minus 3,42 Punkte. Die Verbraucher rechnen somit mit einer Verschlechterung ihres verfügbaren Einkommens in den kommenden Monaten.

Die geringere Anschaffungsneigung geht allerdings nicht mit verstärkten Sparabsichten einher. Der invers gebildete Sparindikator steigt um 2,56 Punkte auf 110,93 Punkte. Dieser Anstieg bedeutet, dass die Befragten ihre Sparanstrengungen nicht weiter erhöhen wollen. Der Bericht führt die Einschränkungen bei Konsum und Sparen auf die schlechteren Einkommenserwartungen zurück.

Energiepreise belasten den Konsumausblick

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher sinken ebenfalls. Der entsprechende Teilindikator verliert gegenüber dem Vormonat 1,35 Punkte und erreicht 76,97 Punkte. Damit teilen die Befragten den optimistischeren Ausblick von Unternehmen und Wirtschaftsforschungsinstituten nicht.

Als Belastung nennt der Bericht insbesondere die wieder gestiegenen Energiepreise. Höhere Ausgaben für Energie und Kraftstoffe schränken die finanziellen Spielräume für andere Anschaffungen ein.

Zugleich erwarten die Verbraucher eine weiter steigende Inflationsrate. Der invers berechnete Preisindikator fällt um 2,70 Punkte auf 88,97 Punkte. Auch beim Zinsniveau rechnen die Befragten mit einem Anstieg: Der ebenfalls inverse Zinsindikator sinkt um 5,47 Punkte auf 97,13 Punkte.

Barometer bildet Erwartungen für drei Monate ab

Das HDE-Konsumbarometer wird vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland erstellt. Grundlage ist eine monatliche Befragung von 1.600 Personen zu Anschaffungs- und Sparneigung, finanzieller Situation sowie weiteren konsumrelevanten Faktoren.

Der Indikator beschreibt die erwartete Verbraucherstimmung für die kommenden drei Monate. Er misst weder das aktuelle Kaufverhalten noch die tatsächlich erzielten Handelsumsätze. Für das Weihnachtsgeschäft signalisiert die Oktober-Ausgabe somit gedämpfte Erwartungen, liefert aber keine konkrete Umsatzprognose.