Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: Petra Scharner-Wolff, Vorstandsvorsitzende der Otto Group. Foto: Christopher Busch
„Wir haben unsere Ziele souverän erreicht und die wirtschaftliche Basis der Gruppe weiter gestärkt. Unser klarer Fokus liegt auch weiterhin auf der Steuerung auf Profitabilität. Gleichzeitig investieren wir sehr zielgerichtet in Wachstum und Innovation“, erklärt Petra Scharner-Wolff, Vorstandsvorsitzende der Otto Group.
Die ausgewiesenen Umsatzerlöse gingen zwar von 15 Mrd. Euro auf 13,8 Mrd. Euro zurück, allerdings war im Vorjahreswert noch die inzwischen veräußerte About You Gruppe enthalten. Bereinigt um diese Veränderung sowie Währungseffekte konnte die Otto Group ihr Umsatzniveau halten.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, Handelskonflikten und einer weiterhin verhaltenen Konsumstimmung bewertet die Unternehmensführung das Ergebnis als Erfolg.
„Die Otto Group blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Wir haben unseren Worten Taten folgen lassen. Vor dem Hintergrund von Zollkonflikten, alten und leider auch neuen Kriegen sowie einem nach wie vor gedämpften Konsumklima ist dies eine bemerkenswerte Leistung“, so Scharner-Wolff.
Auch auf den weiteren Ergebnisebenen legte der Konzern zu: Das EBITDA erhöhte sich auf 1,13 Mrd. Euro (Vorjahr: 916 Mio. Euro), der Jahresüberschuss stieg von 165 Mio. Euro auf 312 Mio. Euro.
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählt weiterhin die Plattform OTTO. Der Gross Merchandise Value (GMV) stieg um 6 Prozent auf rund 7,5 Mrd. Euro, während der Umsatz nach IFRS um 7 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro zulegte. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich um 4 Prozent auf 12,6 Mio.
Nach Angaben der Otto Group wächst OTTO damit in Deutschland stärker als der Wettbewerb und gewinnt weitere Marktanteile hinzu. Das Sortiment umfasst inzwischen mehr als 19 Mio. Artikel. Für 2026 ist zudem die Öffnung des Marktplatzes für Händler aus den Niederlanden, Polen, Österreich, Frankreich und Spanien geplant.
Auch die nordamerikanische Einrichtungssparte Crate and Barrel entwickelte sich positiv. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds erzielte die Gruppe ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 1,6 Prozent und verbesserte erneut ihre Profitabilität. Geplant ist die Erweiterung des Filialnetzes um weitere 30 bis 40 Standorte in Nordamerika.
Die Eos Gruppe baute ihre Investitionen in notleidende Kredite (NPL) auf mehr als 1 Mrd. Euro aus und stärkte damit ihre Position im europäischen Forderungsmanagement. Für das laufende Geschäftsjahr ist eine weitere Ausweitung des Investitionsvolumens vorgesehen.
Ein Schwerpunkt der Konzernstrategie liegt auf technologischer Wettbewerbsfähigkeit und Künstlicher Intelligenz. Gemeinsam mit Nvidia und Reply arbeitet die Otto Group an der Vision eines „selbstdenkenden Lagers“, in dem Roboterflotten über einen eigens entwickelten „Robotic Coordination Layer“ intelligent vernetzt und gesteuert werden.
Im Handelsgeschäft setzt OTTO auf KI-gestützte Kundenservices. Auf Basis von Google Gemini wurde ein neuer Assistent entwickelt, der Produktsuchen per Text oder Sprache verarbeitet und passende Empfehlungen liefert. Darüber hinaus kommt ein eigener KI-Assistent für Serviceanfragen zum Einsatz.
Für Technologie und KI plant die Otto Group in den kommenden Jahren Investitionen von rund 350 Mio. Euro.
Im Rahmen der Konzernstrategie 2030 will die Otto Group ihre erfolgreichen Kerngeschäfte weiter ausbauen. Dazu zählen insbesondere OTTO, Crate and Barrel und Eos.
„Wir werden unsere erfolgreichen Geschäftsmodelle wie OTTO, Crate and Barrel und Eos künftig weiter zielgerichtet skalieren, um Marktanteile und Relevanz fortlaufend zu steigern. Bis 2030 wollen wir unsere finanzielle Freiheit nochmals deutlich ausbauen, bewusst in Wachstum und Technologie investieren und Umsatz sowie Gewinn unseres Kernportfolios auf ein neues Niveau heben“, sagt Petra Scharner-Wolff.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet die Otto Group weiterhin mit anspruchsvollen Marktbedingungen. Dennoch strebt der Konzern an, das erreichte Niveau bei Umsatz und EBIT zu halten. Mittelfristig sollen Wachstum und operative Ertragskraft weiter gesteigert werden.
„Unser Ziel für 2030 ist ein skalierbares, leistungsstarkes Portfolio aus starken, wettbewerbsfähigen und technologiegetriebenen Unternehmen, die unsere Kundinnen und Kunden begeistern und verantwortungsvoll handeln“, betont Scharner-Wolff.
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