Mit der Integration von Küppersbusch in die Midea Group konkretisieren sich erstmals strategische Leitlinien für die Weiterentwicklung der Traditionsmarke im Premiumsegment. Im Interview betont Ralph Kobsik, Geschäftsführer von Midea Europe, dass die Eigenständigkeit der Marke dabei im Mittelpunkt steht: „Küppersbusch bleibt klar im oberen Marktsegment.“ Gleichzeitig soll die Marke künftig stärker von den globalen Ressourcen und technologischen Kompetenzen des Konzerns profitieren.
Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit von Midea fokussiert für den Ausbau des Küppersbusch-Portfolios zu nutzen, ohne die Marken-DNA zu verwässern. Kobsik formuliert den Anspruch klar: „Wir werden die gesamte Produktions- und Entwicklungskompetenz von Midea nutzen, um Küppersbusch optimal zu stärken.“ Dabei werden derzeit verschiedene strategische Optionen geprüft, um das Sortiment langfristig neu auszurichten.
Hybride Plattformstrategie und vorsichtiger Innovationsfahrplan
In der Sortimentsarchitektur setzt das Unternehmen auf einen differenzierten Ansatz: Neben dem klassischen Premiumbereich sollen auch Produkte im mittleren Preissegment entstehen – jedoch ohne Einstiegslinie. Design bleibe weiterhin ein zentrales Differenzierungsmerkmal. Parallel dazu verfolge Midea einen hybriden Plattformansatz, der sowohl eigenständige Entwicklungen als auch die Nutzung gemeinsamer Technologien vorsehe, um Effizienz und Differenzierung auszubalancieren.
Innovationsschwerpunkte liegen aktuell auf Kühl- und Einbaugeräten, die unter anderem auf der IFA 2026 vorgestellt werden sollen. In diesem Jahr präsentiert sich Küppersbusch darüber hinaus erstmalig auf der MHK-Messe sowie zur MOW auf Gut Böckel. Weitere Messeauftritte werden derzeit noch diskutiert. Konkrete Produktneuheiten aus der Integration lassen jedoch noch auf sich warten. Die laufenden Abstimmungsprozesse erfordern laut Kobsik „Zeit und Sorgfalt“.
Auch organisatorisch setzt man auf ein Zusammenspiel beider Welten: Die Produktentwicklung erfolgt weiterhin in Deutschland, ergänzt durch die enge Zusammenarbeit mit den internationalen Teams von Midea. Entscheidend bleibe dabei der Fokus auf die Anforderungen des europäischen Marktes.
Klar ist: Die Marken bleiben getrennt. Oder, wie Kobsik es zusammenfasst: „Die eigenständige Positionierung von Küppersbusch bleibt und wird von uns weiter geschärft und ausgebaut.“
