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Kaffeemaschinenmarkt braucht überzeugende Gründe für den Wechsel

Kearney PERLab zeigt Wachstumsperspektiven in einem reifen Kaffeemaschinenmarkt mit einem bereits umfassenden Angebot.

Markt & Branche
EU AI Act - KI-generiert
Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
  • 91 bis 96 Prozent der Befragten sind zufrieden mit ihrer Kaffeemaschine, aber 67 bis 73 Prozent sind offen für andere Geräte.
  • Besserer Geschmack und höhere Qualität sind mit 61 Prozent der stärkste Grund für einen Wechsel.
  • Einfachere Reinigung folgt mit 47 Prozent, während smarte Funktionen in der Kundenpräferenz deutlich hinten liegen.
  • Für Espressomaschinen prognostiziert Kearney bis 2029 ein jährliches Wertwachstum von 5,5 Prozent in Westeuropa.
  • Der Fachhandel kann durch Verkostungen und praktische Vorführungen Unterschiede erlebbar machen und den Kaufentscheid beeinflussen.

Hohe Zufriedenheit bedeutet im Kaffeemaschinenmarkt keine feste Bindung an das bisherige Gerät. Laut einem Report von Kearney PERLab sind in vier untersuchten westeuropäischen Ländern zwischen 91 und 96 Prozent der Befragten mit ihrer Maschine zufrieden. Gleichzeitig zeigen sich 67 bis 73 Prozent offen für andere Geräte oder Zubereitungssysteme. Für Hersteller und Fachhändler liegen Chancen vor allem in besserem Geschmack, einfacher Reinigung und einem nachvollziehbaren Mehrwert.

Der Report „State of the coffee machine industry: defining a new growth logic“ untersucht Wachstumsmöglichkeiten in einem weit entwickelten Markt. Grundlage sind Marktanalysen, eine Befragung von mehr als 2.500 Kaffeetrinkern sowie technische Produktvergleiche und Gerätezerlegungen.

Die zentrale Einschätzung der Autoren: Zusätzliche Funktionen allein reichen nicht aus, um zufriedene Kunden zum Wechsel zu bewegen. Entscheidend ist, welche Verbesserung im täglichen Gebrauch tatsächlich spürbar wird.

Wechselgründe: Besserer Geschmack und höhere Qualität sowie eine einfachere Reinigung sind zentrale Gründe für den Wechsel zu einem anderen Kaffeesystem in den untersuchten europäischen Märkten. Quelle: Kearney PERLab, „State of the coffee machine industry“, Abbildung 11.
Wechselgründe: Besserer Geschmack und höhere Qualität sowie eine einfachere Reinigung sind zentrale Gründe für den Wechsel zu einem anderen Kaffeesystem in den untersuchten europäischen Märkten. Quelle: Kearney PERLab, „State of the coffee machine industry“, Abbildung 11.

Westeuropa wächst vor allem über höherwertige Geräte

Westeuropa ist laut Report der größte Markt für Kaffeemaschinen für den privaten Haushalt. Das Wachstumspotenzial liegt nach Einschätzung der Autoren insbesondere im Ersatz bestehender Geräte, im Wechsel zu höherwertigen Modellen und im Umstieg zwischen Zubereitungssystemen.

Für Espressomaschinen, zu denen der Report manuelle und automatische Systeme zählt, prognostiziert Kearney in Westeuropa bis 2029 ein jährliches Wertwachstum von rund 5,5 Prozent. Die Stückzahlen sollen um etwa 3,6 Prozent jährlich zulegen. Für Portions- und Filtermaschinen erwartet die Analyse dagegen rückläufige Absatzmengen.

Marktentwicklung: Für Espressomaschinen in Westeuropa prognostiziert Kearney bis 2029 ein jährliches Wertwachstum von rund 5,5 Prozent. Die Marktwerte für Portions- und Filtermaschinen entwickeln sich dagegen leicht rückläufig. Quelle: Kearney PERLab, „State of the coffee machine industry“, Abbildung 5.
Marktentwicklung: Für Espressomaschinen in Westeuropa prognostiziert Kearney bis 2029 ein jährliches Wertwachstum von rund 5,5 Prozent. Die Marktwerte für Portions- und Filtermaschinen entwickeln sich dagegen leicht rückläufig. Quelle: Kearney PERLab, „State of the coffee machine industry“, Abbildung 5.

Deutschland beschreibt der Report als Markt mit einer starken Filterkaffeetradition und zugleich einem bedeutenden Segment für ganze Bohnen und Kaffeevollautomaten. Vollautomaten sind hier bereits etabliert. Weiteres Wachstum erfordert deshalb überzeugende Vorteile gegenüber vorhandenen Geräten und Gewohnheiten.

Geschmack und Reinigung zählen stärker als smarte Zusatzfunktionen

In den untersuchten europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Schweiz und Großbritannien nennen 61 Prozent besseren Geschmack beziehungsweise höhere Qualität als möglichen Wechselgrund. Einfachere Reinigung und Wartung folgen mit 47 Prozent.

Smarte Funktionen stehen dagegen in allen vier Märkten am Ende der abgefragten Wunschmerkmale. Die Autoren empfehlen daher, digitale Ausstattung als Unterstützung des Produkterlebnisses einzusetzen und nicht zum zentralen Kaufargument zu machen.

Auch beim Interesse an Vollautomaten bleiben praktische Hürden bestehen: hohe Anschaffungspreise, große Geräteabmessungen, Betriebsgeräusche sowie aufwendige Reinigung und eine als kompliziert wahrgenommene Bedienung.

Die Bereitschaft, ein anderes System in Betracht zu ziehen, ist dabei keine konkrete Kaufabsicht. Ebenso wenig bedeutet sie zwangsläufig einen Markenwechsel.

Der Fachhandel kann Unterschiede erlebbar machen

Für den stationären Elektrofachhandel lassen sich daraus konkrete Ansatzpunkte ableiten. Wenn Geschmack und Pflegeaufwand wichtige Wechselgründe sind, können Verkostungen und praktische Vorführungen die Beratung unterstützen.

Dabei lohnt sich der Blick über die Getränkezubereitung hinaus: Wie wird das Milchsystem gereinigt? Welche Handgriffe fallen täglich an? Wie viel Platz benötigt das Gerät, und wie einfach lassen sich die bevorzugten Getränke einstellen?

Solche Demonstrationen können helfen, den Nutzen eines höherpreisigen Modells verständlich zu machen. Ein nachgewiesener Umsatzvorteil stationärer Händler wird im Report allerdings nicht ausgewiesen. Die Bedeutung für den Fachhandel ergibt sich aus den untersuchten Kundenbedürfnissen.

Auch die Betreuung nach dem Kauf bietet Anknüpfungspunkte. Einweisung, Pflegeprodukte und Service können die Nutzung erleichtern und den Kontakt zum Kunden fortführen.

Hersteller sollen Komplexität gezielt reduzieren

Die technischen Analysen zeigen nach Angaben von PERLab bei ausgewählten Vollautomaten ein Potenzial, die Herstellkosten um zehn bis 15 Prozent zu senken. Zugleich könnte die Zahl der Bauteile um bis zu 15 Prozent reduziert werden.

Die Autoren sehen darin die Möglichkeit, unnötige Komplexität abzubauen und Mittel für wahrnehmbare Verbesserungen freizusetzen. Geschmack, gleichbleibende Ergebnisse und Zuverlässigkeit sollen dabei erhalten bleiben. Die genannten Potenziale beziehen sich auf ausgewählte untersuchte Geräte und sind keine pauschale Aussage für alle Hersteller.


Zur Methodik: Der Report kombiniert Marktanalysen und Prognosen mit einer Befragung von mehr als 2.500 Kaffeetrinkern in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien, den USA und China. Hinzu kommen technische Produktanalysen. Die genannten europäischen Befragungswerte beziehen sich auf die vier untersuchten westeuropäischen Länder und sind keine gesonderten Deutschlandwerte.

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