Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH, legte die Zukunftsvisionen der IFA im Kamingespräch mit ausgewählten Pressevertretern dar. Foto: Gabriel Wagner
Nach einem starken Messejahr 2025 mit rund 1.900 Ausstellern aus 49 Ländern und etwa 220.000 Besuchern hat die IFA Berlin beim Kamingespräch am 22. Januar ihre künftige Ausrichtung konkretisiert. Deutlich wurde: Die Messe will sich nicht allein über Größe oder Tradition definieren, sondern über Relevanz – für Industrie, Handel und den sich wandelnden Markt der Home- und Consumer-Electronics.
„Unser Anspruch ist es, dass die IFA ein Ort ist, an dem relevante Themen adressiert werden – für die Branche ebenso wie für Politik und Gesellschaft“, sagte Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH, beim Gespräch. Genau daran arbeite man konsequent weiter.
Für den Elektrofachhandel bleibt die IFA eine zentrale Plattform. Gleichzeitig verändern sich Struktur und Zusammensetzung der Besucher deutlich. Rund zwei Drittel der Fachbesucher kamen zuletzt aus dem Ausland, knapp die Hälfte der B2B-Besucher war jünger als 40 Jahre. Internationale Händlergruppen, Marktplatzbetreiber und Omnichannel-Player gewinnen weiter an Gewicht.
Der IFA Retail Leaders Summit entwickelt sich dabei zum strategischen Kernformat. Hier treffen sich internationale Top-Retailer, Einkaufskooperationen, Plattformen und Hersteller, um über neue Vertriebsmodelle, Sortimentsstrategien und die Weiterentwicklung des stationären und digitalen Handels zu diskutieren.
„Retail ist und bleibt für uns eine klare Priorität“, betonte Lindner. „Gerade im internationalen Kontext sehen wir, wie wichtig der persönliche Austausch über Marktmechanismen, neue Vertriebswege und veränderte Kundenbedürfnisse geworden ist.“
Auch auf Ausstellerseite setzt die IFA verstärkt auf kuratierte Inhalte. Die Messeleitung verweist auf einen deutlichen Anstieg realer Produkt- und Serviceankündigungen. Rund 32 Prozent mehr Neuheiten als im Vorjahr unterstreichen den Anspruch, nicht bloß Präsenzfläche zu bieten, sondern echte Marktrelevanz.
„Wir hören von vielen Journalistinnen und Journalisten, dass sie selten so viele echte Produktneuheiten auf einer IFA gesehen haben wie zuletzt“, so Lindner. Dieses Feedback bestätige den eingeschlagenen Kurs, stärker auf Qualität und Wirkung zu setzen.
Das zeige sich auch im Konferenz- und Content-Programm. Mit rund 270 Speakern, 125 Sessions und dem neu etablierten IFA Paper als redaktionellem Begleitformat will die IFA Branchenwissen, Einordnung und Orientierung liefern – über die Messetage hinaus.
Ein weiterer Baustein seien die IFA Innovation Awards, die im ersten Jahr mehrere hundert Einreichungen verzeichneten. Für Lindner ist dies erst der Anfang: „Die Awards sind ein wichtiger erster Schritt. Unser Ziel ist es, sie langfristig als internationales Qualitätssiegel zu etablieren, an dem sich Handel und Konsumenten orientieren können.“
Gerade für den Elektrofachhandel können solche Orientierungshilfen an Bedeutung gewinnen – etwa bei Sortimentsentscheidungen oder der Kommunikation komplexer Technologien am Point of Sale.
Parallel zum klaren B2B-Fokus will die IFA ihre Endkundenansprache gezielt ausbauen. Influencer-Formate, Content-Kooperationen und kulturelle Events sollen Technik emotional erlebbar machen und neue Zielgruppen ansprechen.
„Innovation muss übersetzt werden, damit sie verstanden wird“, erklärte Lindner. „Formate rund um Kultur, Content und Creator helfen uns, neue Zielgruppen zu erreichen, ohne bestehende Zielgruppen zu verlieren.“
Formate wie IFA Moments, der Sommergarten oder Kooperationen mit digitalen Plattformen seien Teil einer ganzjährigen Kommunikationsstrategie. Ziel sei es, Konsumenten frühzeitig für Technologien und Marken zu begeistern – und damit auch Nachfrageimpulse für den Handel zu setzen.
Zunehmend positionierte sich die IFA auch als Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik. Themen wie Industriepolitik, Standortfragen und internationale Wettbewerbsfähigkeit rücken stärker in den Fokus.
„Politische Akteure müssen bei uns das Gefühl haben, dass sie relevante Themen platzieren können“, so Lindner. „Wenn das gelingt, gewinnt die IFA automatisch an politischer und gesellschaftlicher Relevanz.“
Für 2026 setzt die IFA auf Kontinuität und Ausbau. Internationale Medienarbeit, stärkere Präsenz in globalen Kernmärkten und langfristige Partnerschaften mit Ausstellern und Marken stehen im Fokus.
„Wir verstehen die IFA nicht mehr als Ereignis an fünf Tagen, sondern als Plattform, die das ganze Jahr über wirkt“, sagte Lindner mit Blick auf Content-Formate, internationale Pressearbeit und Partnerschaften.
Website, App und Kommunikationsformate sollen weiter professionalisiert werden, um die IFA als ganzjährige Arbeits- und Orientierungsplattform für Handel und Industrie zu etablieren.
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