Ein Tag Homeoffice in der Woche mehr könnte bis zu 32 Mio. Liter Krafttoff täglich einsparen.
Die Analyse trifft dabei auf eine hohe Akzeptanz bei den Beschäftigten: Im Durchschnitt wünschen sie sich genau diesen zusätzlichen Homeoffice-Tag. Laut Studienleiter Florian Kunze, Universität Konstanz, ergibt sich daraus eine seltene Konstellation: „Wir haben hier ein seltenes Zusammentreffen von individuellen Wünschen, gesellschaftlichem Nutzen und betriebswirtschaftlichem Interesse”.
Aktuell pendeln 64 Prozent der Beschäftigten, deren Tätigkeit grundsätzlich für Homeoffice geeignet ist, mit dem Auto zur Arbeit. Ein zusätzlicher mobiler Arbeitstag würde entsprechend viele Fahrten vermeiden und damit den Energieverbrauch deutlich senken. Gleichzeitig verweisen die Studienautoren darauf, dass sogar bis zu drei Homeoffice-Tage pro Woche aus Produktivitätssicht sinnvoll sein könnten.
Neben dem ökologischen Effekt gewinnt Homeoffice auch vor dem Hintergrund steigender Energiepreise an Bedeutung: 62 Prozent der Befragten halten mehr mobiles Arbeiten deshalb für sinnvoll. Dennoch haben bislang nur 20 Prozent ihr Verhalten angepasst – vor allem aufgrund organisatorischer Hürden. Gleichzeitig zeigt sich Optimierungspotenzial im Arbeitsalltag: Ein Drittel der Beschäftigten gibt an, häufig ohne inhaltliche Notwendigkeit ins Büro zu kommen.
Studienautor Kilian Hampel, Universität Konstanz, betont die Effizienzpotenziale: „Ein sinnvoll gestalteter dritter Homeoffice-Tag wäre keine Abkehr von Zusammenarbeit, sondern ein Gewinn an Effizienz – für Beschäftigte, Unternehmen und das Energiesystem”.
Auch auf Führungsebene zeichnet sich ein Wandel ab: Die Skepsis gegenüber mobilem Arbeiten nimmt ab, und strengere Präsenzpflichten gehen zurück. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass verpflichtende Büroanwesenheit zwar zu höherer Erschöpfung führt, jedoch keine messbaren Produktivitätsvorteile bringt. „Die Führungskultur in Deutschland verändert sich sichtbar”, so Hampel. „Führungskräfte, die hybride Arbeit professionell gestalten, werden selbst zu Impulsgeber*innen einer modernen Arbeitskultur.”
Ein zentraler Erfolgsfaktor für hybrides Arbeiten bleibt die klare Organisation: In vielen Unternehmen fehlen bislang verbindliche Regeln. Wo diese vorhanden sind, berichten Beschäftigte jedoch von höherem Engagement, stärkerer Zusammenarbeit und gesteigerter Produktivität. Kunze resümiert: „Hybrides Arbeiten funktioniert nicht von selbst. Es braucht klare Regeln und bewusst gestaltete Präsenzzeiten.”
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