Marktforschung

HDE: Einzelhandel am Limit – Politik muss endlich spürbar entlasten


Die angespannte wirtschaftliche Lage im Einzelhandel verschärft sich weiter. Eine aktuelle Trendumfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt, dass die Auswirkungen des Iran-Kriegs die Branche massiv belasten. Vor allem steigende Energie-, Personal- und Transportkosten setzen Unternehmen zunehmend unter Druck und sorgen für wachsende Unsicherheit – auch in der Elektrohausgerätebranche.

HDE-Präsident Alexander von Preen macht deutlich, dass die Situation bereits vor der aktuellen geopolitischen Entwicklung kritisch war und sich nun weiter zuspitzt: „Die Kosten explodieren. Bei Energie und Personal hatten wir schon vor dem Iran-Krieg eine mehr als schwierige Situation. Das wurde und wird derzeit noch herausfordernder. Deshalb darf die Bundesregierung nicht bei den von ihr verkündeten Trostpflastern stehen bleiben. Wir brauchen echte Reformen mit nachhaltiger Wirkung.“

Die Ergebnisse der Umfrage unter 436 Handelsunternehmen zeigen eine deutliche Unzufriedenheit mit den bisherigen politischen Maßnahmen. So bewerten 85 Prozent der Befragten die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend. Auch die diskutierte Entlastungsprämie stößt auf Kritik: 83 Prozent sehen diese als staatliche Aufgabe und nicht als Verpflichtung der Arbeitgeber. Von Preen kritisiert insbesondere die Verlagerung staatlicher Verantwortung auf die Unternehmen: „Es kann doch nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann die Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen. Das ist schlicht unredlich. Wer anschafft, muss auch zahlen.“

89 Prozent rechnen mit Kostensteigerungen

Die wirtschaftliche Lage spitzt sich weiter zu: 89 Prozent der Händler rechnen infolge des Konflikts mit zusätzlichen Kostensteigerungen. Für viele Betriebe – insbesondere im energieintensiven Elektrofachhandel – stellt sich zunehmend die Frage nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Entsprechend alarmierend ist der Blick auf den Arbeitsmarkt: 72 Prozent der Unternehmen sehen Arbeitsplätze kurz- bis mittelfristig gefährdet.

Vor diesem Hintergrund fordert der HDE konkrete Maßnahmen zur Entlastung. Im Fokus stehen insbesondere eine Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum sowie eine Begrenzung der Lohnnebenkosten. „Das sind dramatische Werte. Die Bundesregierung muss reagieren. Wir brauchen jetzt spürbare Entlastungen“, so von Preen.

Für die Elektrohausgerätebranche, die stark von Konsumklima, Energiekosten und Logistik abhängt, unterstreichen die Ergebnisse die Dringlichkeit politischer Maßnahmen. Ohne kurzfristige Entlastungen drohen nicht nur steigende Preise, sondern auch strukturelle Einschnitte im Handel.

Rita Breer

Recent Posts

Electrolux forciert Transformation: Partnerschaft mit Midea, Effizienzprogramm und Kapitalerhöhung

Die Electrolux Group treibt ihre strategische Neuausrichtung mit einem umfassenden Maßnahmenpaket voran. Neben der bereits… Read More

1 Stunde ago

Gorenje: Premium-Offensive auf der EuroCucina mit Luka Modrić

Hat seinen ersten Auftritt auf der EuroCucina 2026 in Mailand gezielt genutzt, um sowohl Produktinnovationen… Read More

18 Stunden ago

JD.com: Ceconomy-Übernahme unter EU-Subventionsprüfung

Die geplante Übernahme des Elektronikhändlers Ceconomy (MediaMarktSaturn) durch den chinesischen E-Commerce-Konzern JD.com rückt zunehmend in… Read More

1 Tag ago

European Retail Award: Kurz Elektrozentrum überzeugt mit Erlebniskonzept

Mit dem European Retail Award 2026 hat EK Retail erneut herausragende Fachhändler aus Europa ausgezeichnet.… Read More

2 Tagen ago

Steba Warmhalteplatte WP 230 ECO: Perfekt temperiert, entspannt serviert

Ob Familienfeier, Dinner oder ausgedehnter Brunch: Speisen kühlen oft schneller ab, als gewünscht. Besonders bei… Read More

2 Tagen ago

Expert: WM-Kampagne mit Rudi Völler setzt auf Technik, Emotion und Beratung

Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startet die Verbundgruppe expert am 24. April eine bundesweite… Read More

2 Tagen ago