Eine Studie von Rival Technologies zeigt, dass viele Angehörige der Generation Z KI-generiertes Marketing kritisch bewerten – insbesondere dann, wenn die Technologie menschliche Kreativität vollständig ersetzt.
Für die Untersuchung befragte Rival Technologies im Juli 2026 insgesamt 901 Personen aus der Generation Z über die unternehmenseigenen Panels. Davon kamen 466 Teilnehmer aus den USA und 435 aus Kanada.
Auf die Frage, wie sie reagieren, wenn sie feststellen, dass Inhalte einer Marke mit KI erstellt wurden, äußerten sich 74 Prozent negativ. 50 Prozent bewerteten solche Inhalte „sehr negativ“, weitere 24 Prozent „leicht negativ“. 18 Prozent reagierten neutral, acht Prozent positiv.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von KI aus Sicht vieler Befragter nicht ausschließlich als technische oder organisatorische Entscheidung wahrgenommen wird. Vielmehr ziehen sie daraus Rückschlüsse auf die Marke und deren Umgang mit kreativer Arbeit.
Ein Teilnehmer beschreibt diese Wahrnehmung so: “It feels soulless and pointless. It makes me feel like they are cutting corners.”
Die kritische Haltung bleibt laut Studie nicht ohne Folgen. 72 Prozent der Befragten gaben an, nach der Wahrnehmung von KI-generiertem Marketing bereits mindestens eine konkrete Reaktion gegenüber einer Marke gezeigt zu haben.
50 Prozent hatten einer Marke in sozialen Medien nicht mehr gefolgt, 49 Prozent sich im persönlichen Umfeld oder online darüber beschwert und 48 Prozent E-Mail- oder Textnachrichten abbestellt. 43 Prozent erklärten, aufgrund solcher Inhalte bereits nicht mehr bei einer Marke gekauft zu haben.
19 Prozent berichteten dagegen von keiner Veränderung ihres Verhaltens. Neun Prozent gaben an, KI-generiertes Marketing bislang nicht bemerkt oder sich darüber keine Gedanken gemacht zu haben.
Für Hersteller und Marken, die KI zunehmend in Produktkommunikation, Social Media oder Kampagnen einsetzen, weisen die Ergebnisse damit auf ein mögliches Akzeptanzrisiko bei jüngeren Zielgruppen hin.
Innerhalb der Generation Z zeigen sich zudem Unterschiede. Der Anteil der Befragten, die KI-generiertes Marketing „sehr negativ“ bewerten, steigt mit dem Alter. Bei den 18- bis 20-Jährigen liegt er bei 44 Prozent, bei den 21- bis 24-Jährigen bei 47 Prozent und bei den 25- bis 29-Jährigen bei 54 Prozent.
Auch zwischen den beiden untersuchten Märkten gibt es deutliche Abweichungen. In Kanada reagieren 84 Prozent der Befragten negativ auf KI-Marketing, in den USA sind es 65 Prozent. 57 Prozent der kanadischen Teilnehmer hatten sich bereits bei anderen über eine Marke beschwert, gegenüber 41 Prozent in den USA. Einen Kauf eingestellt hatten 48 Prozent in Kanada und 38 Prozent in den USA.
Die Ergebnisse sprechen damit gegen eine einheitliche Betrachtung der Generation Z. Sowohl Altersgruppen als auch regionale Märkte können sich in ihrer Haltung deutlich unterscheiden.
Die Kritik der Befragten richtet sich laut Rival Technologies nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von KI. Entscheidend ist vielmehr, welche Rolle die Technologie übernimmt.
Akzeptanz zeigt sich vor allem dann, wenn KI Menschen bei ihrer Arbeit unterstützt oder für funktionale Aufgaben eingesetzt wird. Kritischer wird der Einsatz beurteilt, wenn KI menschliche Kreativität, Gestaltung, Storytelling oder die Stimme einer Marke vollständig ersetzt.
Ein Teilnehmer formuliert diese Grenze so: “Pay people real money to get real creativity. AI can assist in the development but should not be the sole product.”
Für Unternehmen ergibt sich daraus die Frage, wie sichtbar menschliche Verantwortung und kreative Leistung auch bei KI-gestützten Prozessen bleiben. Die Untersuchung legt zudem nahe, den Einsatz von KI in der Markenkommunikation nicht allein unter Effizienzgesichtspunkten zu bewerten, sondern auch die Wahrnehmung unterschiedlicher Zielgruppen einzubeziehen.
Quelle: The AI backlash: Nearly three in four Gen Z have punished a brand over AI marketing, new Rival Technologies study shows | Marketing Dive (ausgelesen 18.08.2026)
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