Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
- Die Europäische Kommission genehmigte am 3. November 2026 die Übernahme von Ceconomy durch JD.com unter Auflagen für zehn Jahre.
- JD.com muss Logistik- und Technologiedienstleistungen anderen Einzelhändlern zu denselben Bedingungen wie Ceconomy anbieten.
- Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung der Zusagen unter Aufsicht der Kommission.
- Ceconomy erhielt 59,8 Prozent der Aktien angeboten, zusammen mit Convergenta wird eine Quote von rund 85,2 Prozent genannt.
Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy durch JD.com am 3. November 2026 unter Bedingungen genehmigt. Die Zusagen betreffen Finanzierung, Logistik und Technologiedienstleistungen und gelten für zehn Jahre. Nach Unternehmensangaben sind damit sämtliche Angebotsbedingungen erfüllt; der Vollzug soll in den kommenden Tagen erfolgen.
Die Entscheidung erfolgte auf Grundlage der Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Die Kommission stellte fest, dass JD.com Vorzugsfinanzierungen, Steueranreize und Zuschüsse aus China erhalten hat. Diese hätten zum Aufbau logistischer und technologischer Kapazitäten beigetragen, von denen Ceconomy nach der Übernahme profitieren könnte. Brüssel sah dadurch das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen, unter anderem durch eine aggressive Preispolitik.
Gleiche Bedingungen für andere Händler
Um diese Bedenken auszuräumen, verpflichten sich die Unternehmen zu drei Maßnahmen:
- Konzerninterne Geschäfte einschließlich der Finanzierung von Ceconomy müssen zu Marktbedingungen erfolgen.
- JD.com muss Lager- und Logistikdienstleistungen anderen Einzelhändlern zu denselben Bedingungen wie Ceconomy anbieten.
- Entsprechende Gleichbehandlung gilt für technologische Dienstleistungen.
Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung unter Aufsicht der Kommission. Nach deren Einschätzung verhindern die Zusagen eine Quersubventionierung und gleichen die festgestellten subventionsbedingten Wettbewerbsvorteile aus.
Geschäftsmodell und Vorstand sollen bestehen bleiben
Ceconomy und JD.com erklären in ihrer gemeinsamen Mitteilung vom 3. November, dass Geschäftsmodell und Strategie von Ceconomy unverändert bleiben. Der Vorstand soll weiterhin die strategische und operative Führung verantworten.
Die Unternehmen wollen nun konkrete gemeinsame Projekte vorbereiten. Dabei sollen die Handelskompetenzen von Ceconomy mit den Technologie-, Logistik- und Plattformfähigkeiten von JD.com verbunden werden. Als Ziele nennen sie unter anderem eine größere Auswahl und schnellere Lieferungen. Dabei handelt es sich um angekündigte Vorhaben der Unternehmen.
Beteiligungsquoten sind vom Vollzug zu unterscheiden
Laut Ceconomys Aktionärsinformation wurden im Übernahmeangebot Aktien entsprechend 59,8 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte angedient. JD.com hat sich diesen Anteil damit für den Vollzug gesichert. Zusammen mit der verbleibenden Beteiligung von Convergenta, der Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals, nennt Ceconomy eine Quote von rund 85,2 Prozent. Diese entspricht nicht einer alleinigen Kapitalbeteiligung von JD.com.
Mit der Freigabe der Kommission liegt nach Unternehmensangaben die letzte noch ausstehende behördliche Genehmigung gemäß Angebotsunterlage vor. Die Übernahme war in der Mitteilung vom 3. November noch nicht als abgeschlossen gemeldet.
Autor infoboard.de (10334 Beiträge)
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