Während die Haushalt-Großgeräte Umsatzeinbußen verzeichneten, legten die Kleingeräte leicht zu. Quelle: ZVEI
Der ZVEI ordnet die Entwicklung deutlich ein: „Der Rückgang spiegelt die volatile Marktlage wider.“ Als zentrale Gründe gelten vor allem die weiterhin schwache Konsumstimmung sowie strukturelle Herausforderungen am Standort Deutschland. Vor diesem Hintergrund fordert die Branche politische Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Mit Blick auf die kommenden Jahre formuliert der Verband klare Erwartungen: „Für 2026 fordert die Branche spürbare regulatorische Erleichterungen am Standort Deutschland, um mittelfristig wieder Aufschwung zu erreichen.“
Den größten Anteil am Markt haben weiterhin Haushalt-Großgeräte. Ihr Umsatz lag 2025 bei rund 5,7 Mrd. Euro. Insgesamt wurden in Deutschland etwa 16,3 Mio.Geräte verkauft.
Damit setzte sich der rückläufige Trend fort, nachdem der Markt im Jahr 2024 zwischenzeitlich eine leichte Erholung gezeigt hatte. Als Ursachen nennt der Verband unter anderem ein „volatiles regulatorisches Umfeld“, herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland sowie eine anhaltende Konsumzurückhaltung.
Trotz der schwachen Baukonjunktur zeigte sich jedoch ein Teilsegment stabiler: „Einen geringen Aufwärtstrend trotz weiter rückläufiger Baukonjunktur verzeichneten die Einbaugeräte, welche 2025 um plus 0,2 Prozent im Absatz stiegen.“
Innerhalb der Produktgruppen entwickelten sich insbesondere Elektroherde (+15 Prozent) und Kochfelder (+13 Prozent) dynamisch. Für Hersteller und Handel deutet dies darauf hin, dass Modernisierungsinvestitionen in Küchen weiterhin stattfinden – auch wenn der Neubau deutlich schwächelt.
Robuster zeigt sich weiterhin das Segment der Elektro-Haushalt-Kleingeräte. Der Herstellerumsatz stieg 2025 auf 3,9 Mrd. Euro. Damit bleibt das Segment grundsätzlich auf Wachstumskurs, auch wenn sich die Dynamik gegenüber dem starken Vorjahr abschwächt.
„Der Wachstumskurs der Kleingeräte aus dem außerordentlich guten Vorjahr 2024 (+4 %) konnte somit nicht weitergeführt werden“, heißt es beim ZVEI.
Besonders gefragt sind weiterhin Produkte aus Bereichen wie Heißluftfritteusen, Kaffeezubereitung, Bodenpflegegeräte – insbesondere Saugroboter – sowie Personal-Care-Produkte wie Hairstyling-Tools. Diese Warengruppen profitieren weiterhin von Trends wie Convenience, Home-Lifestyle und zunehmender Smart-Home-Integration.
Für die weitere Marktentwicklung bleibt das Konsumklima ein zentraler Einflussfaktor. Zwar stabilisierte sich die Verbraucherstimmung im Jahr 2025 leicht, doch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt gering.
Für die Branche bedeutet das: Selbst bei stabiler Inflation und moderatem Wirtschaftswachstum könnten viele Haushalte größere Investitionen weiterhin aufschieben.
Auch im Außenhandel zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Exporte von Haushalts-Großgeräten um rund zwei Prozent zulegten, brachen die Ausfuhren von Kleingeräten deutlich ein – um etwa 19 Prozent.
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine stärkere handelspolitische Unterstützung: „Zur nachhaltigen Steigerung des Exports bedarf es einer Handelspolitik, die stabile und verlässliche Rahmenbedingungen schafft und Unternehmen langfristige Planungssicherheit bietet.“
Für das Jahr 2026 erwartet der ZVEI eine weiterhin verhaltene Entwicklung des deutschen Inlandsmarktes. Laut Branchenprognose könnten die Umsätze bei Großgeräten auf 5,61 Mrd. Euro sinken (–1,6 Prozent), während sie bei Kleingeräten auf 4,05 Mrd. Euro steigen (+1,3 Prozent).
Damit dürfte der Gesamtmarkt insgesamt weitgehend stabil bleiben – allerdings mit deutlich unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Segmenten.
Der Branchenverband macht deutlich, dass die weitere Entwicklung stark von wirtschaftspolitischen Entscheidungen abhängt. „Eine höhere Planungssicherheit ist essenziell für Wachstum.“
Als zentrale Maßnahmen nennt die Industrie vor allem eine Senkung der Strompreise sowie einen spürbaren Bürokratieabbau. Dadurch sollen Produktion und Investitionen gestärkt und langfristig auch die Nachfrage nach Elektrohausgeräten wieder angekurbelt werden.
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