Die Politik sieht Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie dringend in der Pflicht, über den beschlossenen Bau-Turbo hinaus weitere Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus in die Wege zu leiten.
Die deutsche Möbelindustrie hat 2025 das dritte Umsatzminus in Folge verzeichnet. Nach vorläufigen Zahlen sank der Branchenumsatz um 3,4 Prozent auf rund 15,8 Mrd. Euro. Dabei zeigt sich die Küchenmöbelindustrie als stabile Bank.
Während der Inlandsmarkt mit einem Rückgang von 4,4 Prozent auf 10,4 Mrd, Euro besonders schwach ausfiel, hielten sich die Auslandserlöse mit minus 1,2 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro vergleichsweise stabil. Ein Drittel der Betriebe plant angesichts der anhaltenden Nachfragedelle im ersten Quartal mit Kurzarbeit.
Als zentrale Belastungsfaktoren nennt der Verband das weiterhin schwache Konsumklima sowie den seit Jahren rückläufigen Wohnungsbau. Die jüngsten Zuwächse bei den Baugenehmigungen dürften sich frühestens ab 2027 spürbar in den Fertigstellungszahlen niederschlagen. Zusätzlich sorgt die US-Zollpolitik für Druck: Einerseits werden deutsche Möbelexporte in die USA gebremst, andererseits steigt in Europa der Importdruck durch chinesische Anbieter, die ursprünglich für den US-Markt produzierte Ware umlenken. Der verschärfte Preiswettbewerb trifft die Hersteller entsprechend.
Im Vergleich der Segmente zeigt sich die Küchenmöbelindustrie robust. Mit einem Umsatz von rund 5,6 Mrd. Euro erreichte sie 2025 nahezu das Vorjahresniveau (minus 0,3 Prozent) und schnitt damit deutlich besser ab als andere Sparten. Zum Vergleich: Büro- und Ladenmöbel verloren 2,7 Prozent, sonstige Möbel 5,5 Prozent, Polstermöbel 7,2 Prozent und Matratzen sogar 15,2 Prozent.
Besonders relevant für die Elektrohausgerätebranche: Laut interner Auftragseingangsstatistik der Verbände stabilisiert sich die Auftragslage bei Küchenmöbeln. Während Polster- und Wohnmöbelhersteller weiterhin unter einer schwachen Nachfrage leiden, sendet das Küchensegment damit erste Signale einer Bodenbildung. Für Hersteller und Vermarkter von Hausgeräten bleibt die Küche damit das vergleichsweise tragfähigste Möbelumfeld im aktuellen Markt.
Strukturell bleibt die Branche jedoch unter Druck. Die Zahl der Beschäftigten in den 398 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitenden sank im Jahresdurchschnitt um rund 4 Prozent auf 68.342 Personen.
Für das laufende Jahr erwartet der Verband im ersten Halbjahr eine Stabilisierung auf Vorjahresniveau. In der traditionell stärkeren zweiten Jahreshälfte wird mit einer leichten Belebung gerechnet. Bereits 2025 entwickelte sich das zweite Halbjahr mit minus 1,5 Prozent deutlich besser als die ersten sechs Monate (minus 5,1 Prozent).
Für 2026 prognostiziert die Branche einen Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau, mit der Chance auf ein leichtes Plus im einstelligen Prozentbereich. Neben einer verbesserten Konsumstimmung im Inland setzt die Möbelindustrie dabei insbesondere auf Impulse aus dem Auslandsgeschäft.
Trotz eines insgesamt rückläufigen Möbelmarktes erweist sich die Küchenmöbelindustrie als Stabilitätsanker. Die nahezu konstante Umsatzentwicklung und die sich festigende Auftragslage unterstreichen die weiterhin hohe Relevanz der Küche als Investitionsschwerpunkt – und damit als zentrales Absatzfeld für Elektrohausgeräte.
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