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CES 2019: viel IoT bei Hausgeräten – aus Gimmick wird Standard

Anfang Januar kamen Unternehmen aus aller Welt in Las Vegas zur CES 2019 zusammen. Die Consumer Electronics Show gilt als eine der weltweit wichtigsten Fachmessen für Unterhaltungselektronik – gewinnt aber auch bei Herstellern aus dem Bereich Home Appliances zunehmend an Bedeutung. In diesem Jahr wurde auf der CES vor allem eines deutlich: Smart Home-Features und das Internet der Dinge gehören bereits jetzt zur Standardausstattung moderner Haushaltsgeräte.

Backofen, Kühlschrank, Kochfeld, Waschmaschine und Trockner führen seit Jahrzehnten in unseren Häusern und Wohnungen eine friedliche Koexistenz. Jedes Haushaltsgerät macht, was es am besten kann – und interessiert sich nicht für die Belange seiner „Mitbewohner“. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Was noch vor einigen Jahren unter dem Buzzword „Smart Home“ von Herstellern sowie Konsumenten als Spielerei abgetan wurde, ist inzwischen gängiger Standard. Vernetzung ist das Gebot der Stunde.

Was genau „Vernetzung“ bedeutet, zeigt ein Rundgang über die CES 2019. Per Smartphone-App benachrichtigt werden, wenn die Waschmaschine fertig ist? Ja, das mag ganz nett sein, hat aber mit dem eigentlichen Internet der Dinge und dem, was mit der intelligenten Vernetzung von Haushaltsgeräten gemeint ist, wenig zu tun. Auch riesige Bildschirme, wie sie immer häufiger in Side-by-Side-Geräten anzutreffen sind, machen aus einem klassischen noch keinen intelligenten Kühlschrank.

Bildgalerie CES 2019 ^

Geräte kommunizieren untereinander ^

Während AI-Features (Artificial Intelligence) bislang vor allem im Zusammenhang mit Smartphones beworben wurden, hält die künstliche Intelligenz nun auch zunehmend in den Bereichen Home Appliances und Home Entertainment Einzug. Die Besucher der CES 2019 konnten sich davon unter anderem an den Ständen von Haier, Samsung und LG Electronics überzeugen. Intelligent und vernetzt bedeutet hier, dass die einzelnen Geräte im Haushalt nicht nur mit dem Nutzer, sondern auch untereinander kommunizieren – und zwar so, dass der Mensch dadurch entlastet wird.

Das sieht dann zum Beispiel so aus: Man kommt zur Tür herein und teilt dem Sprachassistenten mit, was man gerne essen möchte. Der Kühlschrank prüft, ob die entsprechenden Zutaten vorhanden sind und schickt das Rezept dann an Backofen und Herd weiter, die automatisiert die entsprechenden Programme starten. Gleichzeitig teilt das Kochfeld der Dunstabzugshaube mit, dass selbige sich bitte einschalten möge.

Der Sprachassistent kann theoretisch in jedem Gerät stecken: in der Smartwatch, im Smartphone, im Kühlschrank oder im Soundsystem. LG etwa stattet inzwischen auch seine Fernseher mit intelligenten Prozessoren und Deep-Learning-Algorithmen aus, so dass diese zum Smart Home-Hub im Wohnzimmer werden. Amazons Plattform Alexa kommt derweil zunehmend die Rolle eines „Übersetzers“ zu: Unternehmen wie LG, Samsung oder Siemens sind daran interessiert, dass die Kunden möglichst viele (am besten alle) Produkte von einer Marke kaufen. Dementsprechend lässt sich der Backofen von Samsung natürlich nicht mit der App von LG steuern. Allerdings sind die Geräte von fast allen Herstellern mit Alexa kompatibel, so dass auf diesem Wege eine intelligente Vernetzung hergestellt werden kann.

Galten WiFi und eine dedizierte App bei Haushaltsgeräten lange Zeit als nettes Gimmick oder gar Premium-Feature, zeigte sich auf der CES 2019 ganz deutlich, dass smarte Features bereits heute in vielen Bereichen zum Standard gehören.

Innovative Bedienkonzepte gefragt ^

Im smarten Eigenheim läuft viel über Touchscreens und Spracheingaben. Aber das ist erst der Anfang. Ein interessantes Konzept zeigte in diesem Zusammenhang Bosch auf der CES 2019. Der deutsche Hersteller hatte einen Projektor im Gepäck, der eine Touch-Oberfläche projiziert. Das Modell Pai wurde speziell für die Verwendung in der Küche konzipiert. Es zeigt dem Nutzer etwa Rezepte auf der Kücheninsel an und ermöglicht gleichzeitig die Bedienung anderer Smart Home-Geräte. Gesteuert wird per Berührung. Die Idee dahinter: Wer kocht, hat schmutzige Hände – und mit denen möchte man kein teures Smartphone oder Tablet anfassen. Darüber hinaus kann der Projektor Lebensmittel erkennen und dank der Vernetzung mit anderen Bosch-Haushaltsgeräten dem Inventar des Nutzers zuordnen.

Und wenn das Essen fertig ist? Dann wird es in einigen Jahren von einem Roboter serviert. Klingt futuristisch? Ist es auch. Aber vor einigen Jahren hätte auch niemand gedacht, dass Roboter unser Wohnzimmer saugen und den Vorgarten mähen.

Frank Feil

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