Christian Haeser, Geschäftsführer GPK Handeslverband Koch- und Tischkultur, Michael Berz, Präsident des Handelsverbands Koch- und Tischkultur, Jan-Frederik Kremer, IVSH-Geschäftsführer, Susanne Heiduczek, General Manager EK Home Housewares, EK Retail, Nicolaus Gedat, Geschäftsführer nmedia und Philipp Ferger, Geschäftsbereichsleiter Messe Frankfurt und Geschäftsführer nmedia (v. l.).
Der GPK-Verband zog für 2025 eine insgesamt stabile Bilanz. Mit einem Branchenumsatz von 5,99 Mrd. Euro lag der Markt für Koch- und Tischkultur nahezu auf Vorjahresniveau (–0,2 %).
Auch in den Teilmärkten spiegelt sich diese Entwicklung wider. Der mengenmäßig größte Bereich „Cucina“ mit einem Marktvolumen von 3,19 Mrd. Euro weist gegenüber dem Vorjahr eben dieses leichte Minus von 0,2 Prozent aus. Im Vorjahr betrug der Umsatz mit Küchenausstattung, Koch-, Brat- und Backgeschirr 3,2 Mrd. Euro. Das Segment „Tavola“ – Tafelgeschirr, Bestecke und Gläser – verzeichnet für 2025 einen moderaten Rückgang von 1,67 auf 1,64 Mrd. Euro Umsatz. Dies bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Positive Zahlen weist wie schon im Vorjahr der Teilbereich „Domus“ aus. Das Geschäft mit Wohnaccessoires, Dekoration und Geschenkartikeln konnte um 1,3 Prozent auf 1,14 Mrd. Euro (2024: 1,13 Mrd. Euro) zulegen.
Ein Umsatzplus kann auch der Gesamtmarkt der Elektro-Kleingeräte ausweisen, von denen jedoch nur ein Teil der Küchen- und Haushaltswarenbranche zugerechnet wird. Laut Hemix (Home Electronics Market Index) wurde in den ersten drei Quartalen 2025 ein Umsatz von 5,07 Mrd. Euro erwirtschaftet, nach 4,98 Mrd. Euro im Jahr 2024. Dies entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. Technische Innovationen und smarte Lösungen sind beim Endverbraucher gefragt.
Bemerkenswert bleibt die stabile Rolle des Fachhandels: Rund 27 Prozent des Branchenumsatzes werden weiterhin im Fachgeschäft erzielt – ein seit Jahren nahezu unveränderter Wert. Internetspezialisten kommen auf 11 Prozent Marktanteil. Trotz Konsumzurückhaltung, steigender Kosten und wachsender Plattformkonkurrenz behauptet sich der inhabergeführte Fachhandel damit als zentraler Distributionskanal.
Mit Blick auf 2026 warnt der Verband vor anhaltenden Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten, Mindestlohnanhebungen und den zunehmenden Wettbewerbsdruck internationaler Plattformen. Gleichzeitig setzt der GPK-Verband auf eine engere Zusammenarbeit von Handel und Industrie, unter anderem im Arbeitskreis „Zukunftsdialog“, sowie auf gezielte Unterstützung bei Digitalisierung und KI-Anwendungen.
Der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (IVSH) berichtete von einem moderaten Wachstum in allen Segmenten der deutschen Schneid- und Haushaltwarenindustrie. Produktion und Umsatz legten 2025 leicht zu, die Inlandsproduktionsauslastung erreichte Anfang 2026 wieder über 90 Prozent.
Gleichzeitig verwies der Verband auf deutliche Herausforderungen im Außenhandel: Während die Exporte wachsen, steigen die Importe – insbesondere aus China – deutlich stärker. Kritisch bewertet der IVSH dabei Wettbewerbsverzerrungen durch Produkte internationaler Onlineplattformen, die europäischen Verbraucher- und Produktsicherheitsanforderungen nicht immer entsprechen.
Neben Importdruck belasten hohe Bürokratiekosten, regulatorische Anforderungen und volatile Märkte die Unternehmen. Entsprechend intensivierte der Verband 2025 seine politische Arbeit auf nationaler und europäischer Ebene. Ziel bleibt ein „Level Playing Field“ mit fairen Wettbewerbsbedingungen sowie praktikablen regulatorischen Vorgaben für mittelständisch geprägte Unternehmen.
EK Retail positionierte sich auf der Ambiente ebenso im Rahmen der Insider Lounge wie die Partner GPK-Verband, IVSH und nmedia einmal mehr als strategischer Partner des inhabergeführten Fachhandels. „Gedämpfte Konsumlaune, sinkende Frequenzen in den Innenstädten, anhaltender Online-Wettbewerb und steigende Kosten fordern den Housewares-Handel auch im Jahr 2026 extrem heraus“, so Susanne Heiduczek, General Manager EK Home Housewares.
Das Unternehmen begegnet diesen Entwicklungen mit einem erweiterten Service- und Marketingportfolio, dem Ausbau digitaler Leistungen und neuen strategischen Kooperationen. Ein starkes Signal setze die exklusive Übernahme des „Markenservice WMF“ in Zusammenarbeit mit der Groupe SEB. Seit Februar 2026 beliefert EK alle WMF Shop-in-Shop-Facheinzelhändler in Deutschland.
Ziel sei es, Effizienz, Markenkompetenz und Händlerorientierung aus einer Hand zu bündeln und dem Fachhandel konkrete operative Unterstützung zu bieten.
nmedia adressiert die technologische Basis der Transformation. Das Unternehmen hat seine Organisation gezielt auf die wachsenden Anforderungen rund um Marktplätze, Online-Shops und automatisierte Datenflüsse ausgerichtet.
Mit einem spezialisierten Team treibt nmedia End-to-End-Integrationen zwischen Shop, ERP und Logistik voran. Im Fokus stehen Marktplatzanbindungen, Commerce-Systeme, ERP-Integrationen sowie B2B-Shop-Lösungen.
Daniel Zander übernimmt mit sofortiger Wirkung die Rolle des Head of Customer Growth. Er steuert das Projektmanagement und begleitet Kunden als zentraler Ansprechpartner bei strategischen Fragestellungen. Hinter Daniel Zander steht ein Team von insgesamt 30 Projektmanagern und IT Spezialisten, die die operative IT-Weiterentwicklung mit Schwerpunkt Marktplätze, Online-Shops sowie den Ausbau des nmedia.HUB als Plattform für Integrationen, Datenflüsse und Automatisierungen umsetzen.
Das Ordervolumen über nmedia.EDI/API und den nmedia.HUB überschritt 2025 die Marke von 1,5 Mrd. Euro – ein Indikator für die zunehmende Digitalisierung der Branche.
Die Pressekonferenz machte deutlich: Die Branche steht unter strukturellem Druck, zeigt sich aber handlungsfähig. Fachhandel, Industrie, Verbundgruppe und Digitalisierungspartner rücken enger zusammen, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Prozesse effizienter zu gestalten und neue Wachstumsfelder zu erschließen.
Die Ambiente 2026 wurde damit nicht nur zur Produktschau, sondern zum strategischen Forum für eine Branche, die ihre Zukunft aktiv im Schulterschluss gestaltet.
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