Der GRASS Milano Trendreport 2026 beschreibt Wohnlichkeit und Beständigkeit als zentrale Gestaltungsthemen

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Der Salone del Mobile und die EuroCucina gelten als wichtige Orientierungspunkte für die internationale Einrichtungsbranche. Der aktuelle Milano Trendreport von GRASS fasst die Beobachtungen aus Messehallen und Showrooms unter dem Leitmotiv „Grounded Comfort“ zusammen. Im Mittelpunkt stehen natürliche Farben, matte Oberflächen, weiche Formen und eine zunehmende Bedeutung funktionaler Details im Inneren der Möbel.

Von spielerischer Vielfalt zu geerdetem Komfort

GRASS veröffentlicht den Milano Trendreport 2026 bereits zum vierten Mal. Für die aktuelle Ausgabe beobachtete ein Redaktionsteam die Entwicklungen auf dem Salone del Mobile, der EuroCucina und in den Mailänder Showrooms. Ziel des Reports ist es, gestalterische und gesellschaftliche Veränderungen im internationalen Möbel- und Küchendesign einzuordnen.

„Wer einen Überblick darüber bekommen will, was in der Einrichtungsbranche passiert, kommt an Mailand nicht vorbei“, sagt Andreas Marosch, Marketingleiter bei GRASS. „Für uns ist es dabei wichtig, nicht nur unsere eigenen Produkte im Blick zu haben, sondern zu verstehen, in welchem gestalterischen und gesellschaftlichen Umfeld sich Möbel, Küchen und Wohnräume entwickeln. Mit dem Trendreport geben wir unseren Kunden Impulse, die langfristig wirken.“

Nach Einschätzung des Redaktionsteams hat sich die 2022 beobachtete „Playful Diversity“ weiterentwickelt. Das damalige Nebeneinander unterschiedlicher Farben, Formen und Stilrichtungen wirkt 2026 ruhiger und zurückhaltender. Natürliche Farbtöne, matte Oberflächen, weichere Geometrien und haptische Materialien prägen das Erscheinungsbild.

GRASS fasst diese Entwicklung unter dem Begriff „Grounded Comfort“ zusammen. Gemeint ist kein klar abgegrenzter Einrichtungsstil, sondern ein übergeordnetes Bedürfnis nach Wohnlichkeit, Beständigkeit und Präzision.

Das Zuhause wird als verlässlicher Rückzugsort gestaltet

Der Trendreport ordnet die Entwicklung auch gesellschaftlich ein. In unruhigen Zeiten gewinnt das Zuhause als Ort der Ruhe, Sicherheit und Verlässlichkeit an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die Investitionsbereitschaft vieler Kundinnen und Kunden zurückhaltend.

Die Möbelbranche reagiert darauf nach Beobachtung des Reports weniger mit auffälligen Inszenierungen als mit einem stärkeren Fokus auf Qualität, Langlebigkeit und Komfort. Die Küche wird dabei zunehmend als Teil eines umfassenden häuslichen Systems verstanden. Sie dient nicht nur der Zubereitung von Speisen, sondern zugleich als Wohnraum, Treffpunkt, Stauraum und Rückzugsort.

Diese Entwicklung zeigt sich in mehreren Subtrends. „Muted Earth“ steht für eine Farbpalette aus Beige, Braun, Schwarz, Taupe und matten Metalltönen. „Soft Geometry“ beschreibt Rundungen, Einbuchtungen und gebrochene Kuben, die strengen Formen ihre Härte nehmen.

Auch die im Dokument gezeigten Beispiele greifen diese Tendenzen auf. Bei Valcucine werden monolithische Formen durch Details und natürliche Farbtöne aufgelockert. Antonio Lupi setzt im Badbereich auf gerundete Geometrien, während Arrital funktionale Ausstattungen und gegliederte Innenräume zeigt.

Das Innere der Möbel gewinnt an Bedeutung

Besondere Relevanz misst GRASS dem Subtrend „The Inner Standard“ bei. Je ruhiger die äußere Gestaltung werde, desto stärker rücke das in den Vordergrund, was beim Öffnen, Schließen, Verstauen und täglichen Nutzen eines Möbels wahrgenommen werde.

Großzügige Schubladen, Glaszargen, abgestimmte Innenausstattungen, integriertes Licht, präzise Fugen und gleichmäßige Bewegungsabläufe werden im Report als Qualitätsmerkmale eingeordnet. Der gestalterische Anspruch verlagert sich damit teilweise von der sichtbaren Oberfläche in das Innere des Möbels.

Auch funktionale Elemente sollen sich nach dieser Beobachtung nicht in den Vordergrund drängen. Sie sollen den Alltag erleichtern, ohne die ruhige Gesamtgestaltung zu unterbrechen. Der Report beschreibt diesen Ansatz unter anderem als „Silent Tech“.

Für Küchen- und Möbelhersteller bedeutet diese Entwicklung, dass Beschläge, Auszüge und Ordnungssysteme stärker in das Gesamtkonzept einbezogen werden. Funktion und Bewegung werden damit nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch relevant.

Weiterentwicklung statt Designrevolution

Eine grundsätzliche Designrevolution erkennt der Trendreport für 2026 nicht. Statt radikaler Stilwechsel beobachtet GRASS eine kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Tendenzen. Möbel werden demnach weniger spektakulär, dafür persönlicher und detailorientierter.

Im Mittelpunkt stehen Materialien, Formen und Funktionen, die langfristig nutzbar erscheinen und den Alltag komfortabler gestalten. Der Anspruch an zeitgemäßes Design richtet sich damit nicht allein auf die äußere Wirkung, sondern ebenso auf Verarbeitung, Bedienung und Innenorganisation.

Der GRASS Milano Trendreport 2026 verbindet Messebeobachtungen, Fotografien, Interviews und redaktionelle Einordnungen. Der vollständige Report ist über die zugehörige Internetseite abrufbar.

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