Mit dem Koda 2 Pro liefert Ooni seinen bisher ambitioniertesten Gasofen: Über 45 Zentimeter Backfläche, dualer Brenner, 500 Grad Celsius – und einen optionalen rotierenden Stein, der das Pizzabacken deutlich entspannter macht.
Wer schon mal eine wirklich gute Pizza gegessen hat – die Art, bei der der Rand luftig aufgegangen ist, der Boden Röstaromen hat und die Unterseite knuspert, ohne zäh zu sein – der weiß: Das gelingt nicht im normalen Haushaltsbackofen. Dafür braucht es Hitze, die weit über das hinausgeht, was 250 Grad schaffen. Der Koda 2 Pro verspricht genau das: bis zu 500 Grad, dazu ein neuartiger Gasbrenner mit konischen Flammen, der für eine optimale Hitzeverteilung sorgt.
Wir haben den Ofen in den vergangenen Wochen intensiv genutzt und ihn dabei konsequent mit dem passenden Teig aus dem parallel getesteten Ooni Halo Pro Spiralmixer “gefüttert”.

Ooni Koda 2 Pro: Warum der doppelte Brenner einen echten Unterschied macht
Der Koda 2 Pro arbeitet mit dem sogenannten G2-Brennersystem: zwei Flammen statt einer, die den Backraum von zwei Seiten befeuern. Klingt nach kleinem Detail, ist in der Praxis aber spürbar. Wer mit älteren Ooni-Modellen oder ähnlichen Gasöfen gearbeitet hat, kennt das Problem: Eine Seite der Pizza bräunt schnell, die andere hinkt hinterher, ständiges Drehen ist Pflicht. Beim Koda 2 Pro ist das deutlich entspannter, da die Hitze gleichmäßiger verteilt ist.
Was das konkret bedeutet: Der Rand bräunt rundum gleichmäßiger, die Pizza braucht weniger manuelle Korrekturen, und auch bei großen Pizzen, die den Backraum weitgehend ausschöpfen, bleibt die Hitzezufuhr konsistent. Gerade wenn man viele Gäste hat und Pizza um Pizza nachschiebt, merkt man den Unterschied zu schmaleren, einseitig beheizten Öfen.

Der 20 Millimeter starke Cordieritstein spielt dabei natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle, denn er speichert die Wärme und gibt sie gleichmäßig ab.
Ooni Koda 2 Pro: Warum die perfekte Pizza viel Übung braucht
Das Thema Pizzabacken ist auf Social Media inzwischen allgegenwärtig. Und wenn man sich die ganzen Reels so anschaut, bekommt man schnell den Eindruck, dass man einfach nur einen guten Pizzaofen braucht, mal eben den Teig knetet und gehen lässt, Belag draufpackt, alles auf den heißen Stein schießt und 60 Sekunden später genießt man die perfekte neapolitanische Pizza. Alles ganz easy!
Wer so an die Sache rangeht, wird relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Allein schon beim Teig kann man einiges falsch machen – und spätestens wenn man die erste verbrannte Pizza aus dem über 450 Grad heißen Ofen zieht, weil man ein paar Sekunden abgelenkt war, stellt man fest, dass das Backen von Pizza doch nicht ganz so trivial ist.


Der Ooni Koda 2 Pro ist definitiv einer der fortschrittlichsten Pizzaöfen am Markt, aber gerade als Anfänger sollte man lieber mit 350 bis 400 Grad starten, anstatt gleich in die Vollen zu gehen. Denn auch wenn eine 60-Sekunden-Pizza theoretisch möglich ist, wenn man weiß, was man tut, fährt man als zu Beginn mit 90 bis 120 Sekunden besser. Ansonsten wird aus knusprigen Böden, aufgegangene Rändern und klaren Röstaromen schnell Holzkohle.
Der rotierende Stein: sinnvolles Extra oder teures Gimmick?
Optional erhältlich für 279 Euro, separat montierbar in unter 10 Minuten: Der Ooni Rotating Stone dreht die Pizza automatisch, gesteuert per Knopfdruck oder Bewegungssensor.
Was das in der Praxis bringt? Vor allem Ruhe. Normalerweise muss man nach dem Einschießen der Pizza permanent am Ball bleiben, die Pizza im Auge behalten und regelmäßig drehen. Das erfordert einerseits eine gewisse Übung, andererseits aber auch ständige Aufmerksamkeit. Schon eine kurze Ablenkung genügt und der Rand ist verbrannt.
Genau dieses Problem löst der rotierende Stein für den Koda 2 Pro. Sobald die Pizza im Ofen ist, startet man mit einer kleinen Handbewegung die Rotation. Im Anschluss beginnt sich die Pizza langsam zu drehen, was zu einer gleichmäßigen Bräunung führt. Gedanken darüber, ob die Pizza zu lange an derselben Stelle verweilt, muss man sich nicht mehr machen.


Ob das den Aufpreis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aus unserer Sicht erleichtert es vor allem Anfängern den Einstieg in die Welt des Pizzabackens, und auch für Fortgeschrittene ist der rotierende Stein ein echter Komfortgewinn. Diejenigen, die das manuelle Drehen der Pizza allerdings als Teil des Backerlebnisses verstehen, können sich die 279 Euro freilich sparen.
Ooni Koda 2 Pro: Was man sonst noch wissen sollte
Auf den Fotos kann man es nicht immer ganz so gut erkennen, aber der Ooni Koda 2 Pro ist mit 30 Kilogramm und Außenmaßen von 682 mm x 652 mm x 393 mm kein Gerät, das man mal eben spontan auf den Balkon trägt. Er braucht idealerweisen einen festen Platz auf einem stabilen Untergrund. Der Pizzaofentisch von Ooni ist in diesem Zusammenhang zwar nicht die preiswerteste, wohl aber die komfortabelste Lösung. Sogar eine Gasflasche lässt sich hier ganz einfach verstauen, ohne dass zuviel Platz von der Ablagefläche verloren geht.
Beim Koda 2 Pro gehört zudem das Ooni Connect Temperatur Hub zum Lieferumfang dazu. Es zeigt die Temperatur im Ofen an und verfügt zudem über eine Temperatursonde, die überaus nützlich ist, wenn man statt Pizza auch mal Fleisch im Ooni zubereiten möchte. Einziger Kritikpunkt: Die Verbindung zum Smartphone kann lediglich via Bluetooth hergestellt werden. Wenn man also von der Terrasse in die Küche geht, bricht die Verbindung mit hoher Wahrscheinlichkeit ab. Hier wäre bei der nächsten Version eine Einbindung ins Wlan sinnvoll, um das Monitoring-Potenzial voll ausnutzen zu können.

Ooni Koda 2 Pro: Fazit
Alles in allem ist der Ooni Koda 2 Pro ein sehr guter Gasofen für all diejenigen, die ihr Pizza Game auf das nächste Level bringen möchten. Vor allem die optimierte Hitzeverteilung sorgt in Kombination mit dem rotierenden Stein für erstklassige Ergebnisse. Immer vorausgesetzt, dass man einen guten Teig hinbekommt und dem Ooni ausreichend Zeit zum Vorheizen gibt. Gerade letzteres darf man nicht unterschätzen, denn ein gleichmäßig heißer Stein ist die Grundvoraussetzung für eine gelungene Pizza. Die 50 Euro für das Ooni Infrarot-Thermometer sind diesbezüglich gut investiertes Geld.
Wer nicht unbedingt die große Backfläche des Ooni Koda 2 Pro braucht, kann übrigens bedenkenlos zum 250 Euro günstigeren Koda 2 greifen. Mit einem Gewicht von 16 Kilogramm ist dieser auch nochmal deutlich mobiler und handlicher.
