Saugroboter erobern massiv den Markt und drängen klassische Geräte zurück.
Nach Angaben von Galaxus legten die Verkäufe von Saugrobotern im Jahr 2025 um mehr als 50 Prozent zu. Klassische Akku- und Schlittenstaubsauger konnten im gleichen Zeitraum zwar ebenfalls wachsen, jedoch deutlich moderater: Akkusauger um rund 21 Prozent, Schlittenmodelle um etwa 22 Prozent.
Der Trend zur Automatisierung des Haushalts ist dabei klar erkennbar: „Die chinesischen Hersteller haben den Robotermarkt erobert und definieren ihn zurzeit“, sagt Fabian Fleischli, Category Business Manager bei Galaxus. „Wir beobachten eine extreme Innovationsgeschwindigkeit bei den chinesischen Herstellern.“
Besonders stark entwickelt sich der chinesische Anbieter Dreame. Das 2017 gegründete Unternehmen tauchte bis 2020 noch nicht einmal in den Top-10-Markenstatistiken von Galaxus auf. 2025 ist Dreame bereits Marktführer im Robotersaugersegment des Händlers – mit über 40 Prozent Marktanteil.
Gemeinsam mit Roborock und Xiaomi kontrollieren damit drei chinesische Marken über 80 Prozent des Robotermarktes bei Galaxus. Europäische und US-Anbieter spielen kaum noch eine Rolle.
Das zeigt auch der Absturz des ehemaligen Marktführers iRobot: Der US-Pionier, der mit dem „Roomba“ den Saugroboter populär machte, lag 2018 bei Galaxus und Digitec noch bei über 52 Prozent Marktanteil, 2025 jedoch nur noch bei 6,5 Prozent.
Bei traditionellen Staubsaugern hält dagegen weiterhin Dyson die Spitzenposition. Der Hersteller kommt bei Galaxus auf 13 Prozent Marktanteil. Im Robotiksegment spielt Dyson dagegen bislang kaum eine Rolle – das einzige Modell im Sortiment erreicht laut Händler nicht annähernd die Verkaufszahlen der chinesischen Konkurrenz.
Parallel zum Wachstum steigen auch die Preise. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Saugroboters bei Galaxus ist in den vergangenen sieben Jahren von 463 auf 582 Franken gestiegen – ein Plus von 25 Prozent.
Klassische Staubsauger wurden im gleichen Zeitraum dagegen günstiger: Der Durchschnittspreis sank von 237 auf 199 Franken (–16 Prozent).
Der Preisanstieg bei Robotern hängt laut Galaxus mit der zunehmenden Funktionsvielfalt zusammen. Moderne Geräte können nicht nur saugen, sondern auch wischen, Wasser automatisch entsorgen oder Hindernisse erkennen. Premiumgeräte mit Preisen von über 1000 Franken seien mittlerweile keine Seltenheit mehr.
Auch das Käuferprofil unterscheidet sich stark zwischen den Gerätekategorien. Rund 70 Prozent der Käufer von Saugrobotern sind unter 45 Jahre alt. Bei klassischen Staubsaugern liegt der Anteil der über 45-Jährigen hingegen bei über 40 Prozent.
Mit der Verbreitung smarter Geräte rückt allerdings auch das Thema Daten in den Fokus. Viele Saugroboter erstellen detaillierte Karten der Wohnung und sind teilweise mit Kameras ausgestattet. Hersteller betonen jedoch laut Galaxus, dass diese Daten verschlüsselt und DSGVO-konform verarbeitet werden.
Die Zahlen verdeutlichen, dass sich der Staubsaugermarkt zunehmend in zwei Segmente aufteilt: automatisierte Premiumgeräte auf der einen Seite und klassische Sauger für gezielte Reinigung auf der anderen. Trotz des starken Wachstums der Robotik erwartet Galaxus jedoch keine vollständige Verdrängung klassischer Geräte.
„Roboter werden noch besser, können bald Treppen steigen oder Objekte aus dem Weg räumen“, sagt Fleischli. „Dennoch glaube ich, dass der klassische Staubsauger weiterhin seine Daseinsberechtigung hat – gerade für den Feinschliff hinter Türen oder in Ecken.“
Fazit für die Branche: Der Staubsaugermarkt wird zunehmend von chinesischen Robotik-Spezialisten geprägt, während etablierte Marken ihre Stärke weiterhin bei klassischen Geräten ausspielen. Für Hersteller und Handel dürfte entscheidend sein, wie schnell Innovationen im Robotiksegment umgesetzt werden können – und ob westliche Anbieter im Premium- und Smart-Home-Bereich wieder Boden gutmachen.
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