Es saugt und bläst … mit oder ohne Label?

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Testanordnung im Messlabor des Staubsaugerherstellers SEBO in Velbert
Testanordnung im Messlabor des Staubsaugerherstellers SEBO in Velbert

Da hätte Loriot sicherlich seinen Spaß gehabt, wenn er beim Ortstermin im Messlabor des Staubsaugerherstellers SEBO in Velbert dabei gewesen wäre. Aus dem Leben gegriffene Komik – da ist die seit einem Jahr gültige und 2017 nochmals zur Verschärfung vorgesehene Verordnung aus Brüssel für Szenen verantwortlich, die man in einem Film als überzeichnete Fantasie eines Drehbuchschreibers verdammt hätte.

Brechende Halterungen im Messaufbau, weil sich zur besseren Effizienz bei der Messung umkonstruierte Saugdüsen zu stark an den real exisitierenden Teppich ansaugen und damit Schub- und Hebelkräfte über Gebühr erhöhen – bis zu drei Prozent Unterschied des gleichen Messaufbaus, abhängig davon, an welcher Stelle des Messteppichs die aktuelle Messung gerade abläuft – das hat was von Slapstick. Nicht zu vergessen der Wunsch nach einem täglichen, auf EU-Rezept gelieferten Steak, wenn sich die Saugdüse mit 40 statt mit 30 Newton an den Boden ansaugt – und beim Zurückziehen hilflos über den wertvollen Teppich des Versammlungssaals hoppelt. Welch Wohltat ist dann der Bedienkomfort einer einfach gleitenden Saugbürste mit mindestens der gleichen Reinigungswirkung – auch wenn sie im Labor „versagt“.

Kaffee+ im Text

Wie war das mit dem eingesaugten Teppich bei Tom & Jerry – unrealistische Fantasie eines Comiczeichners? Eher ist die EU-Effizienz-Richtlinie eine unrealistische Fantasie von realitätsfremden Paragrafenreitern.