Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
- Der globale Vertrauensindex steigt 2026 auf 57 Punkte, aber Entwicklungsländer vertrauen stärker (66 Punkte) als entwickelte Länder (49 Punkte).
- Deutschland erreicht 44 Punkte im Vertrauensindex und gilt damit als Misstrauensmarkt mit nur acht Prozent Zukunftszuversicht.
- Deutsche Unternehmen genießen mit 63 Prozent Vertrauensvorsprung gegenüber ausländischen Unternehmen (34 Prozent) – eine Differenz von 29 Punkten.
- 70 Prozent der Befragten weltweit sind zurückhaltend gegenüber Menschen mit anderen Grundwerten, Kulturhintergrund oder Informationsquellen.
- Technologie, verarbeitendes Gewerbe und Handel verzeichnen zwar hohes Vertrauen (65 bis 73 Prozent), verlieren aber an Zustimmung.
Das Edelman Trust Barometer 2026 zeigt eine Welt mit deutlichen Vertrauensunterschieden zwischen Ländern und Einkommensgruppen. Viele Menschen begegnen Personen außerhalb ihres vertrauten Umfelds mit Zurückhaltung. Deutschland zählt zu den skeptischen Märkten. Für Hersteller und Händler von Elektrogeräten sind vor allem die Ergebnisse zu Technologie, Handel und Unternehmensherkunft relevant – eine eigene Auswertung der Elektrogerätebranche enthält der globale Bericht jedoch nicht.
Global wächst Vertrauen ungleich
Der globale Vertrauensindex steigt gegenüber dem Vorjahr um einen Punkt auf 57. Er bildet das durchschnittliche Vertrauen in Unternehmen, Regierung, Medien und Nichtregierungsorganisationen ab. Hinter diesem Mittelwert liegen erhebliche Unterschiede: Die im Bericht als Entwicklungsländer zusammengefassten Märkte erreichen 66 Punkte, die entwickelten Länder dagegen 49 Punkte.
Auch die wirtschaftliche Lage der Befragten spielt eine Rolle. Im längerfristigen Vergleich über 21 Märkte liegt der Vertrauensindex beim oberen Einkommensviertel bei 63 Punkten, beim unteren bei 48 Punkten. Der Abstand hat sich seit 2012 von sechs auf 15 Punkte vergrößert.
Gleichzeitig beschreibt Edelman einen Rückzug in vertraute Kreise. Im Durchschnitt der 28 untersuchten Länder sind 70 Prozent zurückhaltend oder nicht bereit, Menschen zu vertrauen, die sich etwa in ihren Grundwerten, ihrem kulturellen Hintergrund oder ihren Informationsquellen von ihnen unterscheiden.
Die Zukunftserwartungen bleiben verhalten: Nur 32 Prozent glauben, dass es der nächsten Generation im eigenen Land besser gehen wird als heute. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Deutschland mit geringer Zuversicht und hohem Herkunftsbonus
Deutschland erreicht im Vertrauensindex 44 Punkte nach 41 im Vorjahr. Trotz des Anstiegs liegt der Wert weiterhin in dem Bereich, den Edelman als Misstrauen einordnet.
Beim Vertrauen in Unternehmen kommt Deutschland auf 48 Prozent. Der Durchschnitt der 28 untersuchten Märkte beträgt 64 Prozent. Besonders gering ist hierzulande die Zukunftszuversicht: Nur acht Prozent erwarten bessere Verhältnisse für die nächste Generation.
Zugleich zeigt sich ein deutlicher Vertrauensvorsprung für Unternehmen mit Hauptsitz im eigenen Land. In Deutschland vertrauen 63 Prozent Unternehmen mit deutschem Hauptsitz. Für Unternehmen mit ausländischem Hauptsitz liegt der Durchschnitt bei 34 Prozent – ein Abstand von 29 Prozentpunkten.
Auch außerhalb Deutschlands genießen deutsche Unternehmen vergleichsweise hohes Vertrauen. Unter Befragten außerhalb des jeweils bewerteten Herkunftslandes erreichen sie 65 Prozent. Damit liegen sie hinter japanischen Unternehmen mit 66 Prozent und gleichauf mit kanadischen Unternehmen.
Diese Ergebnisse beziehen sich auf den Unternehmenshauptsitz. Sie treffen keine Aussage über Produktionsstandorte, einzelne Marken oder die Kaufbereitschaft für bestimmte Geräte.
Technologie und Handel genießen Vertrauen, verlieren aber an Zustimmung
Der Bericht untersucht 17 Branchen. Die meisten erreichen global weiterhin Werte oberhalb der von Edelman angesetzten Vertrauensschwelle von 60 Prozent. Allerdings verzeichnen zahlreiche Branchen Rückgänge.
Für die Elektrogerätebranche sind insbesondere drei übergeordnete Kategorien relevant:
| Branche | Globales Vertrauen 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Technologie | 73 Prozent | −3 Prozentpunkte |
| Verarbeitendes Gewerbe | 69 Prozent | −2 Prozentpunkte |
| Handel | 65 Prozent | −2 Prozentpunkte |
Technologie gehört damit weiterhin zu den am stärksten vertrauten Branchen. Der Rückgang zeigt jedoch, dass dieses Vertrauen nicht selbstverständlich ist.
Die Kategorien sind breit gefasst. Aus den Werten lassen sich weder ein eigener Vertrauenswert für Hausgeräte oder Unterhaltungselektronik noch ein Deutschlandwert für den Elektrofachhandel ableiten.
Ansatzpunkte für den stationären Elektrohandel
Für den stationären Elektrohandel lassen sich aus den Befunden Ansatzpunkte ableiten. Persönliche Ansprechpartner, nachvollziehbare Beratung und verlässliche Serviceleistungen könnten helfen, Vertrauen im direkten Kundenkontakt aufzubauen. Das ist eine branchenbezogene Einordnung; einen Vertrauensvorsprung stationärer Elektrofachgeschäfte misst die Studie nicht.
Konkrete Hinweise liefert der Bericht zur lokalen Verankerung internationaler Unternehmen. Auf die Frage, wodurch ein Unternehmen aus einem misstrauisch betrachteten Herkunftsland Vertrauen vor Ort gewinnen könnte, nennen global 48 Prozent langfristige Investitionen in die Gemeinschaft. 46 Prozent nennen die Beschäftigung von Menschen aus der Region.
Für Hersteller und Handelsunternehmen legt dies nahe, lokale Verantwortung und langfristiges Engagement sichtbar zu machen. Der deutsche Hauptsitz kann einen Vertrauensvorsprung bieten. Er ersetzt jedoch keinen Nachweis für Produktqualität, Beratung oder Service.
Zur Methodik: Der globale Bericht basiert auf einer Onlinebefragung von 33.938 Menschen in 28 Ländern vom 25. Oktober bis 16. November 2025. In Deutschland wurden 1.200 Personen befragt. Die genannten globalen Werte sind, soweit nicht anders angegeben, Durchschnittswerte der 28 untersuchten Märkte.
Quelle: 2026 Edelman Trust Barometer | Edelman
Autor infoboard.de (10295 Beiträge)
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