Mehr als die Hälfte der Bevölkerung will digitale Brieftasche nutzen
Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
- 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland möchten die digitale Brieftasche künftig verwenden.
- Die deutsche Variante d-you soll am 2. Januar 2027 starten und ist kostenlos und freiwillig nutzbar.
- 46 Prozent der Bevölkerung haben noch nie von der Eudi-Wallet gehört, was einen Informationsbedarf zeigt.
- Über 180 Unternehmen haben zugesagt, die Technik in eigenen Angeboten einzusetzen.
53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland wollen die digitale Brieftasche künftig verwenden. Gleichzeitig haben 46 Prozent noch nie von der sogenannten Eudi-Wallet gehört. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Die deutsche Variante soll unter dem Namen d-you nach Angaben des Verbands am 2. Januar 2027 starten.
Mit der digitalen Brieftasche auf dem Smartphone sollen Nutzer zunächst vor allem ihre Identität nachweisen können. Als Einsatzmöglichkeiten nennt Bitkom Altersnachweise, Vertragsabschlüsse und die Eröffnung eines Bankkontos. Die Nutzung soll kostenlos und freiwillig sein.
Schrittweise sollen weitere Nachweise wie Führerschein oder Rentenausweis hinzukommen. Für einen späteren Zeitpunkt ist auch die elektronische Unterschrift vorgesehen.
Nutzungsbereitschaft trifft auf Informationsbedarf
Von den Befragten wollen 20 Prozent die Wallet „auf jeden Fall“ nutzen, weitere 33 Prozent „eher schon“. Jeweils 21 Prozent wollen sie „eher nicht“ beziehungsweise auf keinen Fall verwenden.
Der Bereitschaft zur Nutzung steht eine begrenzte Bekanntheit gegenüber. 46 Prozent haben noch nie von der Eudi-Wallet gehört. Zu Jahresbeginn lag dieser Anteil bei 52 Prozent. Acht Prozent können nach eigener Einschätzung gut erklären, was sich dahinter verbirgt, weitere 21 Prozent wissen es ungefähr. Ebenfalls 21 Prozent kennen den Begriff, können ihn aber nicht genau einordnen.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst fordert deshalb konkrete Einsatzmöglichkeiten bereits zur Einführung: „Die Priorität muss jetzt darauf liegen, schon zur Einführung der digitalen Brieftasche viele relevante Einsatzmöglichkeiten verfügbar zu machen. Wer sich die Wallet aufs Smartphone holt, will sie auch im Alltag einsetzen, etwa im Kontakt mit seiner Bank oder beim Abschluss eines Vertrags.“
Unternehmen planen eigene Anwendungen
Die Wallet soll nicht nur im Kontakt mit Ämtern und Behörden eingesetzt werden. Nach Angaben von Bitkom haben mehr als 180 Unternehmen in einer gemeinsamen Absichtserklärung des Verbands und des Bundesdigitalministeriums zugesagt, die Technik in eigenen Angeboten nutzen zu wollen.
Für die Aktivierung werden laut Mitteilung die Onlinefunktion des Personalausweises und die zugehörige persönliche Geheimzahl benötigt. Wer diese nicht mehr kennt, soll künftig einen kostenlosen Rücksetzungs- und Aktivierungsdienst nutzen können. Dies habe Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger zur Eröffnung der Smart Country Convention angekündigt.
Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 das Digitale-Identitäten-Gesetz als Grundlage für die geplante digitale Brieftasche d-you beschlossen; die abschließende Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.
Zur Methodik: Bitkom Research befragte telefonisch 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Die repräsentative Erhebung fand in den Kalenderwochen 33 bis 37 des Jahres 2026 statt. Da sie vor der Bekanntgabe des deutschen Namens d-you begonnen hatte, wurde nach der Eudi-Wallet gefragt.
Autor infoboard.de (10300 Beiträge)
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