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Corona-Schock: Konsumklima auf historischem Tiefpunkt

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben die Verbraucherstimmung im April schwer getroffen. Sowohl die Einkommenserwartung und wie die Anschaffungsneigung befinden sich im freien Fall. Einziger zaghafter Lichtblick: Die Konjunkturerwartung muss nur moderate Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert GfK für Mai 2020 einen historischen Tiefstand von -23,4 Punkten und damit 25,7 Punkte weniger als im April dieses Jahres. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für April 2020.
Konsumklima schwer infiziert. Grafik: GfK

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der einzelnen Indikatoren im April im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr:

April 2020 März 2020 April 2019
Konjunkturerwartung -21,4 -19,2 3,0
Einkommenserwartung -19,3 27,8 56,8
Anschaffungsneigung -4,6 31,4 53,1
Konsumklima 2,3 8,1 10,2

 

Die Erhebung fand in den ersten zwei Aprilwochen statt. Zu diesem Zeitpunkt spürten die Verbraucher zum ersten Mal das volle Ausmaß der Eindämmungsmaßnahmen. Das Konsumklima befindet sich derzeit im freien Fall. Ein Wert von -23,4 Punkten ist bislang beispiellos in der Historie des Konsumklimas.

Beispielloser Absturz ^

„Angesichts eines weitgehend eingefrorenen Wirtschaftslebens kommt dieser beispiellose Absturz nicht ganz überraschend. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine unmittelbar bevorstehende, sehr schwere Rezession einstellen,“ so GfK Konsumexperte Rolf Bürkl. Und weiter: „Da sich abzeichnet, dass die Lockerungen der Maßnahmen nur sehr langsam vor sich gehen werden, dürften auch dem Konsumklima in den nächsten Monaten schwierige Zeiten bevorstehen.“

Verbraucher erwarten Rezession ^

Verschärft wird der Absturz des Konsumklimas zudem durch eine im April sprunghaft angestiegene Sparneigung. Das Thema Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank tritt angesichts der Verunsicherung durch die Coronakrise in den Hintergrund. Diese Verunsicherung hat dazu geführt, dass die Sparneigung im April um mehr als 51 Punkte angestiegen ist und damit das Konsumklima erheblich belastet.

Die Verbraucher gehen davon aus, dass Deutschland durch die Coronakrise in eine schwere Rezession stürzen wird. Der Indikator Konjunkturerwartung büßt im April nur moderate 2,2 Zähler ein und rutscht auf -21,4 Punkte. Ein geringerer Wert wurde zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Mai 2009 mit -26 Zählern gemessen. Viele Betriebe machen von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch, um Entlassungen zu vermeiden. Dennoch wird ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im weiteren Verlauf dieses Jahres nicht zu verhindern sein. Die dadurch aufkommende Angst vor Jobverlust belastet die Stimmung.

Einkommenserwartung im freien Fall ^

Während die Konjunkturaussichten aktuell angesichts der Schwere der Krise noch glimpflich davonkommen, muss die Einkommenserwartung einen beispiellosen Absturz hinnehmen. Der Indikator verliert gegenüber dem Vormonat 47,1 Zähler und fällt auf -19,3 Punkte. Noch niemals seit Beginn der monatlichen Erhebung zur Verbraucherstimmung im Jahre 1980 wurde ein höherer Monatsverlust der Einkommenserwartung gemessen.

Im Unterschied zu den Konjunkturaussichten ist die Fallhöhe der Einkommenserwartung wesentlich größer. Dies mag zumindest zu einem Teil die riesigen Verluste erklären. Der wesentliche Grund ist allerdings der Lockdown wesentlicher Bereiche der deutschen Wirtschaft. Viele Erwerbstätige erleiden bereits bzw. werden durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit spürbare Einkommenseinbußen erleiden. Dies betrifft neben den betroffenen Angestellten auch viele Selbständige im Handel und Dienstleistungsbereich, deren Einkünfte auf null gefallen sind. Konsumneigung wird von Einkommenserwartung mitgerissen.

Anschaffungsneigung: Abwärts-Strudel ^

Auch die Anschaffungsneigung gerät in den Strudel der abstürzenden Einkommensaussichten. Der Indikator verliert 36 Zähler und rutscht auf -4,6 Punkte ab. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht nun ein Minus von knapp 58 Punkten zu Buche.

Da die Befragung am 14. April endete, waren den Befragten die ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen noch nicht bekannt. Bleibt zu hoffen, dass das schrittweise Öffnen der Geschäfte seit vergangenen Montag (20. April) einen weiteren Absturz der Konsumneigung etwas abfedern kann.

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