Ceconomy wächst auch im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 weiter dynamisch. Foto: Ceconomy
Das bereinigte EBIT legte im Halbjahr um 14 Prozent beziehungsweise 43 Mio. Euro auf 347 Mio. Euro zu. Im zweiten Quartal verbesserte sich das operative Ergebnis von 17 auf 27 Mio. Euro. Der Quartalsumsatz stieg um 4,9 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro.
Für die Elektrohaushaltsgeräte- und Consumer-Electronics-Branche sind diese Zahlen vor allem deshalb relevant, weil Ceconomy damit deutlich robuster performt als viele europäische Handelsunternehmen im derzeit verhaltenen Konsumumfeld. Der Konzern profitiert dabei zunehmend von margenstärkeren Service- und Plattformerlösen sowie von seiner internationalen Aufstellung.
Der Online-Anteil erreichte im ersten Halbjahr 28,5 Prozent, im zweiten Quartal lag er bei 26,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Kundenzufriedenheit (NPS) um zwei Punkte auf 62.
Damit unterstreicht Ceconomy, dass die Verzahnung von stationärem Geschäft und digitalen Services zunehmend funktioniert. Gerade im Elektrofachhandel gilt ein Online-Anteil nahe der 30-Prozent-Marke inzwischen als wichtiger Wettbewerbsindikator. Während viele Händler weiterhin mit rückläufigen Frequenzen kämpfen, gelingt es MediaMarktSaturn offenbar, Kunden kanalübergreifend stärker zu binden.
Ceconomy-CEO Dr. Kai-Ulrich Deissner betont die strategische Ausrichtung mit klaren Worten: „Wir erschaffen konsequent eine Plattform von echter Relevanz für Kunden in ganz Europa. Unsere Stores können mehr als nur verkaufen – wir entwickeln digitale Services, die Vertrauen aufbauen, unsere Customer Experience wächst online und offline zusammen.“
Besonders prägnant formuliert Deissner den Anspruch des Unternehmens: „Wer für Kunden relevant ist, wächst. Und wer wächst, schafft Spielraum für die Zukunft.“
Auffällig ist die zunehmende Bedeutung der strategischen Wachstumsfelder. Im Bereich Services & Solutions entwickelte sich insbesondere das Geschäft mit Garantieversicherungen dynamisch. Retail Media verdoppelte seine Erträge nahezu.
Für die Branche zeigt sich hier ein klarer Trend: Handelsunternehmen versuchen zunehmend, zusätzliche margenstarke Erlösquellen neben dem klassischen Geräteverkauf aufzubauen. Gerade Retail Media entwickelt sich europaweit zu einem wichtigen Profitabilitätshebel im Handel.
Auch der Marketplace wächst dynamisch weiter. Mittlerweile umfasst die Plattform mehr als 2.600 Verkäufer und rund vier Mio. Produkte. Der Umsatz legte hoch zweistellig zu. Mit dem Start des Marketplace in der Schweiz deckt Ceconomy inzwischen Märkte ab, die für rund 98 Prozent des Konzernumsatzes stehen.
Für die Weiße-Ware- und SDA-Branche bedeutet dies eine weiter zunehmende Plattformisierung des Fachhandels. Hersteller erhalten zusätzliche digitale Absatzflächen, müssen sich aber gleichzeitig auf stärkeren Preis- und Sichtbarkeitswettbewerb einstellen.
Ein weiterer strategischer Baustein ist das sogenannte „Space-as-a-Service“-Modell. Gemeinsam mit Decathlon testet MediaMarktSaturn Store-in-Store-Konzepte auf rund 1.000 qm Verkaufsfläche in Deutschland. Weitere Standorte sollen folgen.
Das zeigt, wie Handelsflächen künftig multifunktionaler genutzt werden sollen – nicht nur als Verkaufsraum, sondern auch als Plattform für Partnerschaften und zusätzliche Mieterlöse.
Positiv entwickelte sich laut Unternehmen insbesondere das Geschäft in der Türkei und Spanien, während schwächere Konsummärkte kompensiert werden konnten.
Gerade für die Elektrohausgerätebranche ist diese internationale Diversifizierung derzeit ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Während sich die Nachfrage in Zentraleuropa nur langsam erholt, sorgen südeuropäische Märkte vielerorts wieder für Wachstum.
Für das Gesamtjahr 2025/26 hält Ceconomy an seiner Prognose fest. Erwartet wird weiterhin ein moderates Umsatzwachstum sowie ein bereinigtes EBIT von rund 500 Mio. Euro. Wachstumstreiber sollen künftig vor allem West-/Südeuropa und Osteuropa sein.
CFO Remko Rijnders erklärt: „Wir wachsen dynamisch und investieren strategisch in unsere wichtigsten Wachstumsbereiche. Dabei steht der Kunde im Mittelpunkt jeder Entscheidung.“
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