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Boom für vegane und vegetarische Lebensweise

Nicht nur der Lebensmittelhandel profitiert von der Hinwendung vieler Menschen zu veganer bzw. zu vegetarischer Lebensweise. Auch der Elektrohandel zieht einen hohen Nutzen daraus. So zählten Hochleistungsmixer für Smoothies oder (Milch-) Shakes (in diesem Fall mit Soja- oder Reismilch zubereitet) und für die Zubereitung von Nüssen und Gemüse im letzten Jahr zu den wachstumsstärksten Elektrogeräten. Die GfK ermittelte für diese Kategorie in 2015 eine deutliche Steigerungsrate von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fleischlose Gerichte und Produkte sprechen nicht nur konsequent fleischlose Esser an, sondern in zunehmender Zahl auch Konsumenten, die nicht jeden Tag Fleisch essen wollen. Dazu zählen Flexitarier, die sich größtenteils, aber nicht strikt fleischlos ernähren, Pescetarier, die auf Fleisch, aber nicht auf Fisch verzichten, sowie ernährungs- und gesundheitsbewusste Konsumenten. Weitere Zielgruppen sind Allergiker, Konsumenten mit erhöhtem Cholesterinspiegel, aber auch religiöse Gruppen. Laut aktuellem „IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan“ zählen rund vier Prozent der Bevölkerung zu den „echten“ Vegetariern oder Veganern, die sich konsequent fleischlos bzw. komplett ohne tierische Produkte ernähren. Fast jeder vierte Konsument ist mittlerweile Flexitarier.

Vegetarische und vegane Lebensmittel werden aus ethischen und gesundheitlichen Gründen konsumiert. Dabei verzichten Vegetarier und Veganer zumeist auf Grund von nachhaltigen, ökologischen und ethischen Themen auf Fleisch. Flexitarier reduzieren ihren Fleischkonsum dagegen meist auf Grund gesundheitlicher Aspekte.

Vegane und vegetarische Lebensmittel machen aktuell 0,56 Prozent am Marktvolumen des Lebensmittelmarktes ohne Tabakwaren (2015) aus. Aber: Die Zahl der Vegetarier, Veganer und Flexitarier wächst jährlich, ebenso wie das Marktvolumen für vegetarische und vegane Lebensmittel – wenn auch auf niedrigem Niveau. Vor allem Supermärkte profitieren von dieser Entwicklung und vereinen 31 Prozent des Marktvolumens auf sich. Insgesamt kann der LEH 60 Prozent des Umsatzes mit vegetarischen und veganen Lebensmitteln für sich verbuchen. In den Kernwarengruppen Fleisch- und Molkereiersatzprodukte sowie Frühstück sind dies sogar 64 Prozent.

In den vergangenen fünf Jahren stieg der Umsatz am stärksten in den Warengruppen vegetarische und vegane Fleisch- und Milchalternativen sowie Frühstück mit pflanzlichen Brotaufstrichen, Müsli und Cornflakes. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag hier bei fast 17 Prozent, am stärksten konnten Molkereialternativen wie Sojamilch zulegen.

Käuferschichten im LEH setzen sich vor allem aus Flexitariern und „Allesessern“ zusammen. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen der Konsumentenbefragung, die neben der Marktanalyse im Rahmen des „IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan“ durchgeführt wurde. Danach kaufen Verbraucher, egal ob Veganer oder „Allesesser“, vegetarische und vegane Lebensmittel am liebsten im konventionellen LEH – wo sie auch ihre übrigen Einkäufe erledigen (One-Stop-Shopping).

Vom steigenden Angebot vegetarischer und veganer Lebensmittel im LEH profitieren nicht nur Konsumenten sondern auch Anbieter, da so die Sichtbarkeit der Produkte erhöht wird. Dadurch können neue Kundengruppen angesprochen und für dem Kauf fleischfreier Produkte gewonnen werden.

Quelle: IFH, Institut für Handelsforschung, Köln. www.ifhkoeln.de

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