Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
- Smart Meter liefern Verbrauchsdaten in Viertelstundenwerten und schaffen die Grundlage für zeitvariable Stromtarife und transparentes Energiemanagement.
- Ein Home Energy Management System koordiniert Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Photovoltaikanlage, Speicher und Wärmepumpe für optimalen Eigenstromeinsatz.
- 22 Prozent der verkauften Elektrogroßgeräte sind vernetzbar, bei Geschirrspülern liegt der Anteil bei 48 Prozent.
- Bis 2032 sollen 90 Prozent aller Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein.
Smart Meter schaffen Transparenz beim Stromverbrauch und ermöglichen die Nutzung dynamischer Stromtarife. In Verbindung mit einem Energiemanagementsystem können vernetzte Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler gezielt zu günstigen Tarifzeiten oder bei verfügbarer Solarenergie eingesetzt werden. Nach Angaben von GFU und NIQ sind bereits 22 Prozent der verkauften Elektrogroßgeräte vernetzbar.
Wann lässt sich die Waschmaschine besonders kostengünstig betreiben? Wie viel Strom benötigt der Haushalt und zu welchen Zeiten? Intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, liefern die Datenbasis, um solche Fragen genauer zu beantworten.
Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, dem Smart-Meter-Gateway. Dieses übermittelt die erfassten Verbrauchswerte verschlüsselt. Die Bundesnetzagentur betont, dass die Systeme Viertelstundenwerte zuverlässig erfassen und an berechtigte Stellen übertragen müssen. Erst dadurch entsteht die technische Grundlage für zeitvariable Tarife und eine transparentere Verbrauchserfassung.
Energiemanagement koordiniert Geräte und Eigenstrom
Für die übergeordnete Steuerung des Energieverbrauchs beschreibt GFU ein „Home Energy Management System“ als zentrale Komponente. Ein solches Energiemanagementsystem koordiniert das Zusammenspiel von Hausgeräten, Photovoltaikanlage, Energiespeicher, Wärmepumpe und Wallbox.
Es erfasst die Daten der eingebundenen Komponenten und kann den Verbrauch beispielsweise so planen, dass ein möglichst großer Anteil des selbst erzeugten Solarstroms im Haushalt genutzt wird. Moderne Systeme berücksichtigen nach Angaben der Branchenorganisation auch Wettervorhersagen, um den erwarteten Ertrag der Photovoltaikanlage einzubeziehen.
Vernetzte Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler lassen sich in eine entsprechend kompatible Steuerungsumgebung integrieren. Ihr Betrieb kann damit auf günstige Tarifzeiten oder die Verfügbarkeit von Eigenstrom abgestimmt werden. Ein Smart Meter allein übernimmt diese Gerätesteuerung nicht; dafür ist das Zusammenspiel der Mess-, Steuerungs- und Gerätetechnik erforderlich.
Geschirrspüler haben den höchsten Vernetzungsanteil
Aktuelle Zahlen von GFU und NIQ zeigen einen durchschnittlichen Anteil vernetzbarer Elektrogroßgeräte von 22 Prozent an den insgesamt verkauften Stückzahlen. Bei Geschirrspülern liegt der Anteil bei 48 Prozent, bei Waschmaschinen bei 33 Prozent und bei Wäschetrocknern bei 32 Prozent.
„Über vernetzte Hausgeräte und das Internet der Dinge sprechen wir in der Branche seit Jahren. Jetzt wird sichtbar, dass diese Entwicklung im Alltag ankommt: Vernetzbare Geräte werden zunehmend zum festen Bestandteil moderner Haushalte – und damit auch für die Einbindung in ein HEMS relevant“, erläutert Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU Consumer & Home Electronics.
Für den Elektrogerätehandel eröffnet sich daraus ein konkreter Beratungsansatz: Neben Energieverbrauch und Geräteausstattung gewinnt die Frage an Bedeutung, ob und wie sich ein Modell in das vorhandene Energiemanagement einbinden lässt. Vernetzbarkeit ist dabei eine Voraussetzung, ersetzt jedoch nicht die Prüfung der unterstützten Schnittstellen und Funktionen.
Smart-Meter-Ausbau schreitet voran
Nach der am 21. September 2026 veröffentlichten Erhebung der Bundesnetzagentur waren zum Stichtag 30. Juni 2026 rund 3,17 Millionen intelligente Messsysteme installiert. Das entspricht 5,9 Prozent der rund 54,14 Millionen gemeldeten Messstellen in Deutschland. Die Quote beschreibt somit den Anteil an Messstellen und nicht unmittelbar den Anteil ausgestatteter Haushalte.
Der schrittweise Ausbau ist im Messstellenbetriebsgesetz geregelt. Nach den aktuellen Angaben der Bundesnetzagentur stehen künftig Zeitraumquoten sowie das Ziel im Mittelpunkt, bis spätestens 2032 insgesamt 90 Prozent der Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen beziehungsweise intelligenten Messsystemen und Steuerungseinrichtungen auszustatten.
Quelle
- https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260921_Rollout.html
- Quelle: NIQ | Q1/Q2 2026, Deutschland
Autor infoboard.de (10281 Beiträge)
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