Bauknecht: Licht aus in Schorndorf

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Nicht immer Stuttgart, sondern zwischendurch war Schorndorf Sitz der Bauknecht Hausgeräte GmbH. Jetzt geht dort zum Jahresende nach einem Abschied auf Raten endgültig das Licht aus. Laut übereinstimmenden Medienberichten von FAZ und Stuttgarter Zeitung hat Bauknecht-Chef Jens-Christoph Bidlingmaier angekündigt, dass das Entwicklungszentrum in Schorndorf zum Jahresende 2015 geschlossen wird.

Nachdem die Whirlpool-Tochter Bauknecht bereits im Jahr 2011 das Geschirrspülmaschinenwerk im saarländischen Neunkirchen dicht gemacht hatte, vollzog sich auch der Abschied aus Schorndorf im Rems-Murr-Kreis sukzessive. Bereits seit 2012 werden in Schorndorf keine (großvolumigen) Waschmaschinen mehr produziert. Jetzt macht auch das Entwicklungszentrum mit seinen rund 100 Mitarbeitern zum Jahresende dicht. Die Schließung des traditionsreichen Standorts solle sozialverträglich erfolgen, heißt es. Damit endet bei Bauknecht die Ära von Produktion und Entwicklung in Deutschland. Der Stammsitz Stuttgart bleibt, aber Bauknecht kommt künftig komplett aus dem Ausland.

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Potential durch Indesit

„Es ist nicht entscheidend, wo entwickelt wird“, zitiert die FAZ vom 8. April 2015 Jens-Chrstoph Bidlingmaier, der die Präsenz der Marke Bauknecht hierzulande weiter ausbauen will. Auf dem Heimatmarkt, so die FAZ weiter, will die in Stuttgart ansässige Whirlpool-Tochter in diesem Jahr beim Marktanteil einen „zweistelligen Wert“ erreichen (im vergangenen Jahr soll dieser 8 Prozent betragen haben). Potential sieht man bei Bauknecht offenbar durch den erfolgten Zukauf von Indesit „Durch Indesit kann Bauknecht seine Ware noch attraktiver im Markt anbieten“, zitiert die FAZ Bidlingmaier. Denn: Viele Plattformen der Italiener seien in Europa sehr fortschrittlich. Ein Beispiel für die künftige Kooperation sei den Angaben zufolge ein Waschtrockner.

Kuriosum am Rande: Teile des zehn Hektar umfassende Produktionsgelände von Bauknecht in Schorndorf werden auch künftig einen Hausgeräte-Absender haben. Laut Stuttgarter Nachrichten vom 24. März kauft der Fellbacher Elektrogroßhändler Emil Löffelhardt Teile des Geländes und will in zwei bis drei Jahren zwei Hallen mit gut 50 000 Quadratmetern als Logistikzentrum nutzen und seine Zentrale dorthin verlagern.