Turbulenzen beim Elektromarkt

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Andreas Wischerhoff
Andreas Wischerhoff

Seit Ende Juli ist Schluss. Der Verlag Meisenbach GmbH in Bamberg trennte sich überraschend von seinem Leiter der Elektro-Sparte, Andreas Wischerhoff. Der 51-jährige zeichnete seit August letzten Jahres gesamtverantwortlich für die Fachhandelsmagazine „Elektromarkt“, „MediaSeller“ sowie „Coffee&more“. Bereits seit 2005 war Wischerhoff Chefredakteur des MediaSellers, seit 2009 im Meisenbach Verlag.

Mitte August vergangenen Jahres zeigte sich der Verlag noch euphorisch: „Mit dem Elektromarkt informieren wir die Topentscheider im Pre- und After-Sale-Bereich von Elektro-Groß- und Kleingeräten. Vor allem Themen rund um die Heimvernetzung und das Connected Home sind künftig wichtige Schwerpunkte im Elektromarkt. Wir wollen damit den Elektrohandel fit machen für neue Märkte und für die Herausforderungen, die die Elektrobranche stellt.“

Kaffee+ im Text

Dagegen hat sich der Verlag offenbar selbst nicht fit gemacht. Er beantragte Anfang August beim Insolvenzgericht Bamberg eine „Planinsolvenz in Eigenregie.“ Vor diesem Hintergrund bekommt die Trennung von Wischerhoff – so kurz vor der IFA – sein ganz eigenes „Geschmäckle“. Zumal der Verlag auch dem freien Fachjournalisten Frank Rößler den Werkvertrag kündigte. Der ausgewiesene Consumer-Electronics-Experte Rößler war seit 2009 aktiv am Werdegang des MediaSeller beteiligt.

Gegenüber Anzeigenkunden gibt sich der Verlag optimistisch. In einem Rundbrief an Kunden und Geschäftspartner, der über die mittlerweile genehmigte Planinsolvenz informiert, betont die Verlagsführung, dass „der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgeführt wird“. Neuer Chefredakteur, so ist den Elektromarkt-Online-Seiten zu entnehmen, ist Walter Karl Eder, zugleich Co-Geschäftsführer des Meisenbach Verlages.

Mit Spannung darf beobachtet werden, wie sich die Lage in dem renommierten Fachverlag Meisenbach GmbH und insbesondere bei den Magazinen Elektromarkt &Co. weiter entwickelt. Fakt ist sicherlich, dass die wirtschaftliche Schieflage des Verlages auch mit auf das sparsame Anzeigenverhalten der Branche zurückzuführen ist. Ein unseliger Trend, mit dem derzeit nahezu alle anzeigenfinanzierten Fachhandelspublikationen zu kämpfen haben.