Smoothies im ARD-Check: Ist mixen gesünder als kauen?

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Was steckt wirklich in den pürierten Drinks? Dr. Michaela Schlich und Dr. Wolfram Wendler klärten zusammen mit Yvonne Willicks (l.) auf. Foto: WDR/Solis TV
Was steckt wirklich in den pürierten Drinks? Dr. Michaela Schlich und Dr. Wolfram Wendler klärten zusammen mit Yvonne Willicks (l.) auf. Foto: WDR/Solis TV

Zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr nahm Yvonne Willicks am Montag vergangener Woche im Ersten Smothies und Hochleistungsmixer unter die Lupe.Was ist dran am großen Lifestyle-Trend, der auch die IFA Anfang September maßgeblich prägte? Hängen bleiben dem TV-Zuschauer vor allem zwei Dinge: Eigentlich braucht es, zumindest wenn es um das Thema Vitamingehalt und Vitaminzufuhr in den Körper geht, die Armada an Hochleistungsmixern nicht. Denn: Kauen ist genauso gesund. Und: Glaube nie einer Promotorin! So manches auf Verkaufsmessen gegebene Versprechen – aber auch so manche Marketing-Verlockung auf den Produkt-Verpackungen – wurden in den Testlabors eindrucksvoll widerlegt.

Der Reihe nach: Die vitaminreichen Gesundheitsdrinks aus Obst oder Gemüse sind derzeit ein Renner. Und sie sind mit einem Hochleistungsmixer aus Amerika, dem Thermomix aus Wuppertal oder günstigen Homeshopping-Geräten im Nu gemacht. Yvonne Willicks wollte herausfinden, welcher Lifestyle-Mixer den leckersten Smoothie macht. Schmeckt man den Preisunterschied?.Ja, die Preisunterschiede waren von den Probanden im ARD-Haushaltscheck deutlich zu schmecken. Geld schießt nicht nur Tore, Geld sorgt wohl auch für Qualität. So siegte im Geschmackstest der Thermomix von Vorwerk (1.109 EUR), vor einem Vitamix-Gerät für 599 EUR. Deutliche Abstriche in punkto Geschmack und Konsistenz muss man indes wohl bei den Geräten von Nutribullet (139,90 EUR) und dem Einstiegsgerät Gourmetmax für 24,95 EUR machen.

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Vollmundigen Versprechen den Stecker gezogen

Die Energie steigern, den Schlaf verbessern, die Verdauung verbessern, den Stress reduzieren, das Aussehen von Nägeln, Haut und Haaren verbesssern: Dazu braucht man normalerweise einen Internisten, einen Hautarzt und einen Psychologen – oder man trinkt grüne Smoothies. Denn viele Hersteller locken mit besonders vollmundigen Werbeversprechen: Ihre Luxusgeräte könnten Vitamine besonders gut aufschließen und wahre „Nährstoff-Extraktoren“ sein, Lebensmittel sogar in „Superfood“ verwandeln. Yvonne Willicks hat diesen Versprechen sprichwörtlich den Stecker gezogen. Denn kauen ist nach Laboruntersuchungen genauso gesund wie mixen. Weder bei Vtamin C noch bei Folsäure gibt es zwischen den vier Geräten zwischen knapp 30 und gut 1.100 Euro Unterschiede. Mehr noch: Medizinerin Dr. Michaela Schlich verweist auf das förderliche Einspeichelns von Obst und Gemüse im Mund und das damit einhergehende Freisetzen von Enzymen.

Im Härtetest

Doch Willicks machte nicht nur den Geschmacks-, sondern auch den Härte-Test: Welches Gerät ist seinen Preis wert – und welcher Mixer scheitert an hartnäckigen Zutaten wie Nüssen oder Kräutern? Schnell drohten zwei Geräte heiß zu laufen. Bei den günstigen Maschinen war es der Motor, bei den Luxuslinern – sprich Hochleistungsmixern – erwärmten sich Obst und Gemüse. Schlimmer waren allerdings gefährliche Sicherheitslücken: So lief beim Vitamix der Motor auch ohne Aufsatz. So hat er in einer Küche mit Kindern ungesichert nichts zu suchen.

Das Fazit der Sendung für die Verbraucher: Smoothies schaden nicht, sind aber auch nicht zwingend notwendig. Ideal sind sie für kaufaule Menschen, die trotzdem auf fünf Portionen Obst am Tag nicht verzichten wollen. Allerdings, so Willicks, tue es dafür auch ein mittelpreisiger Mixer oder ein Pürierstab.

Das Fazit der Sendung für den Handel: Wer im Weihnachtsgeschäft auf Blender und Hochleistungsmixer setzt, kann nichts verkehrt machen. Vor allem bei Konsistenz und Geschmack haben die hochpreisigen „Vitamin-Verstärker“ in der Sendung gepunktet. Zudem sind ja einige Geräte auch zum Multitasking inklusive Kochfunktion fähig. Das sorgt nicht nur unter dem Weihnachtsbaum für leuchtende Augen.