Röhrende Kraftprotze im „test“-Test

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Der Standmixer JB 5160 von Braun hat als Einziger in der Kategorie „Mixer bis 1000 Watt“ die Gesamtnote „gut“ (2,1) erhalten.
Der Standmixer JB 5160 von Braun hat als Einziger in der Kategorie „Mixer bis 1000 Watt“ die Gesamtnote „gut“ (2,1) erhalten.

Nimmt man die IFA als Gradmesser, dann ist der ganz große Hype um die Hochleistungsmixer abgeebbt. Konnte man sich noch vor einem Jahr in den Hallen 4 und 6 im Dauerlärm der röhrenden Kraftprotze kaum unterhalten, ist wieder Normalität in den Smoothie-Markt eingekehrt.

Für einfache Mixgetränke genügen auch kleine Smoothie-Maker, sagt die Stiftung Warentest, die in der Oktober-Ausgabe ihres Magazins „test“ 19 Mixer – vom Einstiegsgerät für 19,70 EUR von Clatronic bis zum Hochleistungsmixer von Vitamix für 895 EUR – auf Herz und Nieren getestet hat. Das Fazit: Smoothies können sie alle, laut sind sie auch alle und das Gros der Geräte machte bei der Dauernutzung schlapp. Den größten Krach verursachte mit maximaler Leistung KitchenAid mit gut 90 Dezibel. Das kann im Ohr schmerzen – selbst wenn der Mixer nur eine Minute rührt.

Kaffee+ im Text

Abgeschmiert: KitchenAid

Ausreißer nach unten war dabei der Artisan Magnetic Drive Blender von KitchenAid, der mit einem „mangelhaft“ abgestraft wurde. In diesem Fall sorgen die angelegten 675 EUR für keine Genuss-Dividende. Das Urteil der „test“-Tester: „Drei KitchenAid-Geräte fielen im ersten Zehntel des Tests aus. Bei Vielnutzern hätten sie kein Jahr überlebt. Krug beziehungsweise Bodenplatte überhitzten, ein Antriebsriemen riss.“ Alle Test-Zyklen schafften letztlich nur die Smoothie-Mixer von AEG, Nutribullet und WMF sowie die Geräte von Braun und Hochleistungs-Testsieger Vitamix.

Hatte bei Smoothie-Mixern die Nase vorn: Kult X Mix & Go von WMF.
Hatte bei Smoothie-Mixern die Nase vorn: Kult X Mix & Go von WMF.

Bei den Smoothie-Mixern lagen am Ende drei Geräte vorn: AEG (SB 2500), Nutribullet (NBR-1240M) und der Kult X Mix & Go von WMF. Hier sorgte für allem die Haltbarkeit des Gerätes für ein „sehr gut“. Martin Ludwig, Geschäftsführer der Elektrokleingerätesparte der WMF Group: „Der Testerfolg bei der Stiftung Warentest stellt unter Beweis, dass der WMF KULT X Mix & Go trotz der kleinen Geräte-Dimension mit großer Leistung punktet.“

Bei den Mixern bis 1000 Watt siegte Braun (JB 5160) vor Bosch (MMB64G3) und Caso (B 1000). Für seine Haltbarkeit ist der Mixer von Braun sogar mit einer glatten „1,0“ bewertet worden. Im Vergleich zu den kleinen Smoothie-Mixern punktet der modern designte Standmixer JB 5160 aus der „IdentityCollection“ mit einem großen Fassungsvermögen und mit seiner Vielseitigkeit in Bezug auf Zubereitungsmöglichkeiten. So kann er beispielsweise auch Eis zerkleinern und – dank ThermoResist-Glasaufsatz – problemlos heiße Suppen pürieren. Schließlich die Hochleistungsmixer über 1000 Watt: Hier hatte Vitamix (Professional Series 750) die Nase vorn vor Gastroback (Design Mixer Advanced Professional).

Heimlicher Sieger: Ein Stabmixer von Braun

Sämige Smoothies schafften praktisch fast alle Mixer im Test, auch wenn sich die Ergebnisse in Nuancen unterschieden. Der kleine Smoothie-Mixer für 20 Euro genauso wie der Hochleistungsmixer für knapp 900 Euro sowie ein Stabmixer von Braun, der zum Vergleich herangezogen wurde. Die Geräte unterschieden sich vor allem hinsichtlich Füllmenge, Vielseitigkeit und Haltbarkeit.

Viele Aufgaben erledigt übrigens auch ein Stabmixer. Zum Vergleich arbeiteten die Tester mit dem MQ 5137 von Braun. Getränke und Babybrei mixte er gut, Mayonnaise und Pfannkuchenteig sogar sehr gut. Kräuter und Zwiebeln hackte er im mitgelieferten Zerkleinerer als Einziger im Test gleichmäßig klein. Wer einen Stabmixer mit Zubehör besitzt, braucht nicht zwingend einen Standmixer – es sei denn, er möchte größere Mengen auf einmal zubereiten.