Kommen Rührgeräte in den Himmel?

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Himmel oder Müllhalde? Ein beeindruckender Film über Nachhaltigkeit.
Himmel oder Müllhalde? Ein beeindruckender Film über Nachhaltigkeit.

Nachdem der Dokumentarfilm „Kommen Rührgeräte in den Himmel?“ erfolgreich auf der Berlinale gezeigt wurde, ist er nun in vielen deutschen Kinos zu sehen. Der Film spürt einerseits der Geschichte des legendären DDR-Mixers RG 28 nach, der im thüringischen Suhl produziert wurde und noch heute in vielen Haushalten in den neuen Bundesländern zu finden ist.

Andererseits lässt er Psychologen, Konsumenten, Handwerker oder Theologen zu Wort kommen – und erfragt so die Grenzen des Wachstums und was passiert, wenn Geräte so lange halten, dass die Menschen eine Beziehung zu ihnen aufbauen können. „Der Film regt im positiven Sinne zum Nachdenken über Ressourcen, Konsum und den Wert der eigenen Arbeit an“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk, der sich seit Jahrzehnten auf nachhaltige und reparierbare Produkte spezialisiert hat.

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Eingebettet ist das Thema in die Geschichte einer Schweizer Studentin, die im malerischen Thüringen studiert. Sie entdeckt zufällig auf einem Jenaer Flohmarkt ein orangenes Rührgerät aus DDR-Zeiten, nachdem ihr Mixer kaputt gegangen ist. Die Protagonistin Carmen fasziniert der Rührer aus dem „Elektrogerätewerk Suhl“ derart, dass sie eine Forschungsreise in die Welt des RG 28 unternimmt.

Laut ritterwerk-Geschäftsführer Schüller gelingt es dem Film, „zu zeigen, wann ein Mensch zu einem Gerät eine Vertrautheit und Bindung aufbauen kann.“  Dass es ritterwerk-Produkte in Sachen Langlebigkeit locker mit dem RG 28 aufnehmen können, bewies das Unternehmen vor einigen Jahren mit der Nachhaltigkeitskampagne „Deutschlands ältester Küchenritter“, bei der die dienstältesten elektrischen Allesschneider gesucht wurden. Viele Geräte der Marke hatten mehr als 30 und 40 Jahre auf dem Buckel.

Da selbst hochwertige Geräte bei solider Konstruktion kaputt gehen können, betreibt ritterwerk eine hauseigene Reparaturwerkstatt. Generell rät das Unternehmen dazu, die Geräte bis zu Kosten in Höhe von 75 % des Neuanschaffungspreises reparieren zu lassen. Um diesen Service bieten zu können, hält das Unternehmen Ersatzteile oft noch Jahrzehnte auf Lager.