KochPottGuerilla: Werbung auf soziale Art

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Reportage über die KochPottGuerillas
Das Team der „KochPottGuerilla“ (von links): Deborah Taranto, Clemens Chamai, Rene van der Knokke, Benjamin Fleczok und Neciha Karadas. (Bild: Lars Fröhlich/WAZ)

Der Jahreswechsel lässt viel Spielraum und etwas mehr Zeit für Grundsatzfragen, die sonst untergehen. Zeit, Bilanz zu ziehen und seinen Masterplan justieren. Das gilt auch für Köche in der Gastronomie. Als außenstehende stille Genießerin habe ich mich immer schon gefragt, wie die Köche das machen – im vollen Tagesplan neue Rezepte erfinden, ausprobieren und anwenden. Denn auch ein Koch hat ein Recht auf persönliche Weiterentwicklung.

Eine Antwort auf die Frage gibt es laut WAZ in Mühlheim an der Ruhr, in der Privatküche von Clemens Chamai, der zusammen mit seinem Freund René van der Knokke  in Oberhausen im Restaurant „Chamai“ kocht.   Einmal im Monat bereiten die zwei als „KochPottGuerilla“ in Chamais Privatwohnung ein Drei-Gänge-Menü für zehn Menschen zu, die sich untereinander noch nicht kennen.  Der Grundgedanke ist: Fremde einander näher bringen.
Kochen und miteinander essen bedeutet seit alters her auch Kommunikation. Das miteinander Reden geht vielfach verloren und seit September 2012 halten die beiden Köche mit ihrer Idee dagegen. „Maximal dürfen sich pro Anmeldung drei Menschen kennen“, erklärt Clemens Chamai. Ansonsten würde die Grundgedanke hinter den „KochPottGuerilla“-Abenden verwässern und „wir würden nur Catering für eine größere Gruppe machen“.
An diesen Abenden toben sich die zwei Köche aus, kreieren neue Gerichte oder kochen auch mal etwas, das sie in ihrem Restaurant nicht anbieten können. Die zehn Gäste bezahlen für das Drei-Gänge-Menü einen kleinen Preis, der die Einkaufspreise der Lebensmittel abdeckt. Nicht eingrechnet sind alle Kosten, die sonst noch anfallen, wie z. B. Strom. Scheinbar zahlen die Köche für solche Abende drauf. Aber auf diese eher private Weise können sie neue Gerichte „am Gast“ ausprobieren und erhalten sofort Feedback, ohne den Ruf ihres offiziellen Restaurants zu gefährden. Und solche Abende sind außerdem eine kleine Werbung für ihr Können: Die Gäste, die zu solchen Abenden kommen, sind begeistert – manch einer findet seinen Weg von da an auch ins Restaurant „Chamai“, zusammen mit seinen Freunden und Bekannten.
Wer an solchen Abenden teilnehmen möchte, kann sich einfach unter kochpottguerilla@web.de anmelden. Es gilt die Devise „Wer kommt, mahlt zuerst. Wer sich informieren will, findet die KochpottGuerilla auch auf facebook.