Gute Pflege mildert Angst vor dem Zahnarzt

TEILEN

Kein Arzt löst so viel Angst aus wie der Zahnarzt. Warum, hat der Schriftsteller Eugen Roth in seinem Gedicht „Der Zahnarzt“ auf den Punkt gebracht. Leider werden die Beschwerden am Zahn nicht weniger, die Karieslöcher nicht kleiner im Lauf der Zeit. Im Gegenteil, durch die Angst, dass die Behandlung Schmerz verursachen könnte, wird selbst der Kontrollbesuch, bei dem außer Nachschauen gar nichts passieren muss, aufgeschoben. Sind bereits Zahnfleischentzündungen und Parodontose diagnostiziert, wird die Behandlung aufwändiger und ggf. auch schmerzhafter.  Die richtige tägliche Zahnpflege macht zwar den Kontrollgang zum Arzt nicht überflüssig, doch sie hilft, schmerzvolle Behandlungen zu vermeiden. Zur richtigen Zahnpflege gehören ein gute elektrische Zahnbürste und auch eine Munddusche, mit der Essensreste aus den Zwischenräumen gespült werden. Und dann lässt sich über Eugen Roths Gedicht nur noch mit gepflegten Zähnen lächeln:

Der Zahnarzt

Kaffee+ im Text

Nicht immer sind bequeme Stühle
ein Ruheplatz für die Gefühle.
Wir säßen lieber in den Nesseln,
als auf den wohlbekannten Sesseln,
vor denen, sauber und vernickelt,
der Zahnarzt seine Kunst entwickelt.

Er lächelt ganz empörend herzlos
und sagt, es sei fast beinah schmerzlos.

Doch leider, unterhalb der Plombe,
stößt er auf eine Katakombe,
die, wie er mit dem Häkchen spürt,
in unbekannte Tiefen führt.

Behaglich schnurrend mit dem Rädchen
dringt er bis zum Nervenfädchen.

Jetzt zeige, Mensch, den Seelenadel!
Der Zahnarzt prüft die feine Nadel,
mit der er alsbald dir beweist,
dass du voll Schmerz im Innern seist.

Du aber hast ihm zu beweisen,
dass du im Äußern fest wie Eisen.
Nachdem ihr dieses euch bewiesen,
geht er daran, den Zahn zu schließen.

Hat er sein Werk mit Gold bekrönt,
sind mit der Welt wir neu versöhnt
und zeigen, noch im Aug die Träne,
ihr furchtlos wiederum die Zähne:
Die wir – ein Prahlhans, wer`s
verschweigt – dem Zahnarzt zitternd
nur gezeigt.
Eugen Roth