Expert AG: Hausgeräte – jetzt ganz oben – retten Bilanz

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Der expert-Vorstand zog in Hannover Bilanz: (v.l.n.r.) Dr. Stefan Müller (Vorstand), Volker Müller (Vorstandsvorsitzender) und Gerd-Christian Hesse (Vorstand).
Der expert-Vorstand zog in Hannover Bilanz: (v.l.n.r.) Dr. Stefan Müller (Vorstand), Volker Müller (Vorstandsvorsitzender) und Gerd-Christian Hesse (Vorstand).
Die expert AG hat das Geschäftsjahr 2015/2016 (1. April .2015 bis 31.März 2016) mit einem leichten Minus von 0,2 % abgeschlossen. Der Innenumsatz zu Industrieabgabepreisen ohne Mehrwertsteuer, der aus dem Einkauf der angeschlossenen Gesellschafter resultiert, beträgt 2,08 Mrd. € (Vorjahr 2,09 Mrd. €).

„Mit diesem Ergebnis haben wir unsere starke Position im hart umkämpften Marktumfeld verteidigt. Durch die Nutzung aller Marktchancen und -potentiale ist es uns gelungen, die anhaltende Schwäche des Fernsehmarkts im Wesentlichen auszugleichen“, resümiert Volker Müller, Vorstandsvorsitzender der expert AG. Im Sektor der Elektrohausgeräte verzeichnete expert ein Umsatzplus von 3,6 % – erstmalig hat damit dieser Bereich die Unterhaltungselektronik inklusive Foto als umsatzmäßig wichtigste Warengruppe überholt. Im Fokus des Kundeninteresses standen vor allem energiesparende Geräte

Kaffee+ im Text

Die Eigenkapitalquote wurde von 34,4 % auf 36,0 % verbessert – ein deutliches Zeichen für die Stärke der expert Gruppe. Vor dem Hintergrund der dargestellten Umsatzsituation erzielt expert für die Gesellschafter eine Gesamtausschüttung von 189,5 Mio. €, dies entspricht einer Steigerung von 6,3 % auf 6,4 % vom jahresbonuspflichtigen Umsatz.

Zum Geschäftsjahresende sind 210 Gesellschafter und Mitglieder mit 443 Standorten in Deutschland aktiv. Die Zahl der Fachmärkte – dies sind laut GfK Definition Vollsortimenter ab 800 qm Verkaufsfläche – steigt kontinuierlich. Im vergangenen Geschäftsjahr erhöhte sie sich auf 271. Die Gesamtverkaufsfläche aller expert Standorte beträgt jetzt rund 448.000 qm.

Keine EM, keine WM: TV auf Talfahrt ^

Auch der Bereich Telekommunikation entwickelte sich mit Zuwächsen um 12,5 % deutlich positiv und trug dazu bei, die Schwächen im TV-Markt zu kompensieren. Die gesamte Warengruppe Unterhaltungselektronik inkl. Foto wurde durch fehlende sportliche Großereignisse negativ beeinflusst. Bei expert führte dies zu einem Umsatzrückgang von 6,1 %. Eingegrenzt wurde der Rückgang durch zunehmendes Interesse an UHD- und OLED-Geräten, sowie Trendprodukten wie Multiroom-Systeme.

Weiterhin auf Wachstumskurs sind die expert-eigenen Einzelhandelsaktivitäten: Die 33 Regiebetriebe der expert Handels GmbH, expert Octomedia GmbH, expert Handels GmbH Süd-West & Co. KG, expert Handel GmbH Ost & Co. KG, expert Techno-Land GmbH sowie das Online-Geschäft der expert e-Commerce GmbH erwirtschafteten insgesamt einen Umsatz in Höhe von 264,7 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 7,1 %.

Die eigenen Fachmärkte sind neben der starken Gesellschafterstruktur ein wichtiger Baustein für den nachhaltigen Unternehmenserfolg der Gruppe. Um den regionalen Bezug dereigenen Standorte besser zu berücksichtigen und darüber hinaus sicherzustellen, dass Regiebetriebe und regionale Gesellschafter auf Augenhöhe agieren können, hat expert Umstrukturierungen vorgenommen: Rückwirkend zum 1. April 2016 wurden fünf Standorte der expert Handels GmbH an die expert Handel GmbH Ost & Co. KG übertragen.

Vom Multi- zum Omnichannel ^

Die Entwicklung und Umsetzung der Multichannel Strategie verlief im vergangenen Geschäftsjahr nach Plan. Das gesteckte Ziel, den Kunden online einen umfassenden Überblick über das Sortiment ihrer lokalen expert Fachhändler zu geben und somit auch im Netz ausgezeichnete Produktkompetenz zu bieten, wurde erreicht. Aktuell sind über 30.000 Artikel online abrufbar, inklusive Preis, Verfügbarkeitsstatus und Möglichkeit der Reservierung.

Diesen Service bieten aktuell 302 expert Geschäfte und Fachmärkte auf ihren Websites an. Insgesamt wurden in den letzten sechs Monaten über 120.000 Vorgänge registriert – ca. 50 % der Anfragen erfolgen außerhalb der Geschäftszeiten. „Mit diesen Ergebnissen sind wir durchaus zufrieden“, erklärt Dr. Stefan Müller, Vorstand der expert AG. Und: „Wir wissen aber auch, dass wir unsere Multichannel Strategie kontinuierlich anpassen und weiterentwickeln müssen, um den nächsten Schritt in Richtung Omnichannel zu meistern“.

Virtuelle Regalverlängerung am Point of Sale: Auch expert setzt jetzt auf das Virtual Shelf.
Virtuelle Regalverlängerung am Point of Sale: Auch expert setzt jetzt auf das Virtual Shelf.

Digitale Offensive ^

Neben dem gezielten Ausbau der Sortimente sowie der Themenwelten und Markenshops auf den Webseiten der expert Fachhändler, steht daher die virtuelle Regalverlängerung am Point of Sale als nächster wichtiger Entwicklungsschwerpunkt an. Das Virtual Shelf, das das stationäre mit dem Online-Angebot verbindet, wurde intensiv in der Innovationsfiliale in Schwerin getestet und kommt nun sukzessive an weiteren  Standorten zum Einsatz. „Darüber hinaus testen wir bis zum Start des Saisongeschäfts den Einsatz von dezentralen Shops. Künftig könnte dann die Ware direkt aus den Beständen des jeweiligen stationären Fachhändlers kommissioniert und per ‚same day delivery’ geliefert werden“, erklärt Dr. Stefan Müller.

Um die nächsten Schritte der Multichannel Strategie den Gesellschaftern zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen abzustimmen, setzt die expert Zentrale auf ein bewährtes Mittel: In einer Roadshow geht es diesen Sommer quer durchs Land. Vorgestellt werden auch Aktionen und Tools, die die optimale Vernetzung der einzelnen Kanäle im Rahmen des 360-Grad-Marketings ermöglichen. „Wir sind uns sicher, dass bestehende Umsatzpotentiale noch besser ausgeschöpft werden können. Dies wird nur gelingen, wenn wir unsere Kunden an allen Berührungspunkten – Online, Print und am Point of Sale – erreichen und Aufmerksamkeit für unsere Aktivitäten schaffen“, betont Dr. Stefan Müller.

Zweiter Punkt auf der Roadshow-Agenda ist das Thema Service. Bereits Anfang des Jahres wurden neue Service-Module, die die Kundenorientierung optimieren sollen, vorgestellt. Im Rahmen der Roadshow gilt es nun, die Inhalte und Umsetzungsmaßnahmen des Kunden-Kompetenz-Moduls zu vermitteln. Ziel ist es, die Kundenbindung durch ein noch besser auf die Erwartungen des Kunden zugeschnittenes Dienstleistungsangebot zu fördern.