Bauhaus-Design – ein dehnbarer Begriff

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Das formschöne Bauhaus-Design hat seinen Ursprung eigentlich als ein Gegenentwurf: Als Ende des 19. Jahrhunderts die handwerklich üppig gestalteten Gebrauchsgegenstände industriell für die Massen produziert wurden, wurden andere Produkte nötig, die sich davon abhoben. Haushaltsdinge, die man täglich benutzte, sollten nicht nur ihren Dienst tun, sondern auch klar und formschön sein. Die Form sollte die Funktion nicht beinträchtigen, sondern hervorheben. Die Architekten, Künstler und Handwerker der Gruppe Bauhaus prägten die internationale Moderne ab 1919:  Klar, gerade, pur, eckig und funktionsorientiert ist die Sprache des Bauhaus. Opulenz, Dekadenz und vordergründige Überfrachtung sind fehl am Platze. Die neue Sachlichkeit bildet auch nach rund 80 Jahren gemeinsam mit technischen Neuerungen und neuen Herstellungsverfahren den Mittelpunkt des reduzierten Stils.

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Aber ist denn wirklich „alles Bauhaus“, was uns heute als solches verkauft wird? Nehmen wir zum Beispiel den Toaster aus der WMF Lineo Serie. Er ist kommt in seidenmattem Edelstahl oder mit glänzender Cromargan® Oberfläche daher und sieht sehr elegant aus – aber seine abgerundeten Ecken sind im Sinne der Bauhaussprache eher eine Art Schnörkel, der nicht so recht passt. Anders der Toaster volcano und jüngst auch der fontana 5  Wasserkocher von ritter. Das Design orientiert sich ganz klar an der Bauhaustradition. „Klare Linien, schlichte Formen, hochwertige Materialen – auch bei unserem neuen Wasserkocher folgt das Design der Funktion“, erklärt Michael Schüller, Geschäftsführer von ritterwerk. Also merke: Nicht alles, was schlicht und einfach daher kommt, folgt der Bauhaus-Tradition.