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Präsentieren sich auf der Ambiente als Fachhandelsauffrischer: Die EK-Manager Dr. Stefan Vogel, Andreas Lück sowie die EK-Vorstände Franz-Josef Hasebrink (Vorsitzender) und Bernd Horenkamp (v.li.).
Präsentieren sich auf der Ambiente als Fachhandelsauffrischer: Die EK-Manager Dr. Stefan Vogel, Andreas Lück sowie die EK-Vorstände Franz-Josef Hasebrink (Vorsitzender) und Bernd Horenkamp (v.li.).

Ambiente 2016, oder: Über die Zukunft des Handels

Feier-Tage auf der Ambiente, Weltleitmesse der Konsumgüterindustrie in Frankfurt: Ein Plus an Fachbesuchern, eine nochmals gestiegene und überall spürbare Internationalität sowie rundum hoch zufriedene Elektrokleingeräte-Aussteller, die am Main ganz bewusst die Nähe zum gedeckten Tisch suchten und fanden, machten die fünf Messetage zu einem Gute Laune-Event bei allen Beteiligten. Auch bei den 66 Elektrokleingeräte-Herstellern herrschte überwiegend eitel Sonnenschein. Tenor: Die Stimmung war gut, die Fachbesucher signalisierten Kaufbereitschaft, waren engagiert und mit jeder Menge Herzblut dabei.

Bildgalerie Ambiente 2016 ^

Kaffee+ im Text

„Als Leitmesse im Konsumgüterbereich ist die Ambiente für Vitamix (aktuell vom Fachkreis Hausrat/GPK im Zentralverband Hartwarenhandel als Fachhandelspartner Nr. 1 im Bereich Kleinelektro geehrt) die wichtigste Plattform, um unser Produktportfolio zu präsentieren – aber auch um neue Zielgruppen zu überzeugen“, sagte Michel Nouafo, Vice President of International Household Sales bei Vitamix. Diese (neuen) Zielgruppen – internationales Publikum und der GPK-Handel – hatten auch die Aussteller unter dem Dach von ProBusiness im Visier. Ob bei Rommelsbacher oder Ritter, Steba, Graef oder Nivona: Die Ambiente bot dem Handel aus dem Bereich Glas-Porzellan-Keramik beste Voraussetzungen für eine gezielte Arrondierung wie Profilierung des Sortiments mit Elektrokleingeräten.

Cross-Selling bringt Umsatz ^

Apropos Arrondierung der Sortimente: Das macht in einer Zeit, in der sich Sortimentsgrenzen nach und nach auflösen, mehr denn je Sinn. Warum nicht auch Kaffeebohnen, Espresso-Tassen und Latte Macchiato Gläser neben Kaffee-Vollautomaten anbieten? Oder mal kleine Küchenhelfer ohne Stecker? Cross-Selling ist das Gebot der Stunde, und die Ambiente ist dafür als Inspirator die richtige Plattform. So unterstreicht die Bielefelder Mehrbranchenverbundgruppe EK: „Zusätzliche Umsätze können generiert werden, wenn beispielsweise Gartenmöbel, Grillen, Picknick und Beleuchtung zu einem attraktiven Gesamtpaket zusammengefasst werden.“

Genauso wie den Konsumenten gelernte Vertriebskanäle heute herzlich wenig interessieren (jederzeit – an jedem Ort), interessieren ihn heute Sortimentsgrenzen nur noch bedingt. „Es geht eben nicht mehr nur um Hausrat oder Glas und Porzellan oder Elektro-Hausgeräte im engeren Sinne. Es geht heute um alles, was der Verbraucher im Haushalt gebrauchen kann, so EK-Vorstand Bernd Horenkamp.

Inspiration. Lifestyle. Genuss. ^

Und genau dafür ist die Ambiente die perfekte Bühne. Und für den, der Handel mit Hausgeräten betreibt und auf ergänzende, branchenaffine Zusatzsortimente setzt, ein Pflichttermin. Oder wie es Franz-Josef Hasebrink, Vorsitzender des EK-Vorstandes ausdrückt: „Hier ist die Zukunft des Handels wahrnehmbar!“ Wenn die Zukunft des Handels im Erlebnishandel liegt, dann ist die Ambiente ein „Think Tank“ für genau diesen Erlebnishandel. Eben Inspiration für eine Hausgeräte-Präsentation, die mit reichlich Lifestyle, Genuss und Emotionen aufgeladen ist.

Die Aussteller profitieren vom Trend zum Erlebnishandel. „Die hohe Besuchsfrequenz auf unserem Messestand sorgte für viele neue Kundenkontakte. Vor allem im Exportbereich konnten wir strategische Gespräche mit potentiellen neuen Distributoren führen“, heißt es bei Graef. Die Arnsberger konnten mit ihren Siebträger-Neuheiten „pivalla“ und „contessa“ beim Messe-Publikum auf ganzer Linie überzeugen. Fazit für Graef: „Das durchweg positive Feedback zu diesen Geräten hat uns darin bestätigt, den Bereich Kaffee weiterhin als zweite Kernkompetenz im Unternehmen auszubauen.“

Coffee-Feeling… ^

Das Coffee-Feeling hat also mehr denn je Konjunktur. Auch bei Nivona, das sich mit Vollautomaten für jeden Anlass und jeden Geldbeutel erstmals in Frankfurt in der Halle 3.1 präsentierten. Der geballte ProBusiness-Auftritt war für Nivona Frequenzbringer: „Eine charmante Insel der Kleingeräte-Hersteller“, lobt Geschäftsführer Peter Wildner. Und Mit-Geschäftsführer Sebastian Fiedler ergänzt: „Unser Ziel war es, viele neue, besonders internationale Kontakte zu knüpfen. Die Ambiente mit ihrem hochwertigen Messe-Konzept war dafür genau der richtige Ort.“ Lauter Lobreden kommen auch von Rommelsbacher („gezielte Nachfragen, interessante Gespräche, großartiges Feedback“), Steba („wichtiger Bestandtteil unserer Messeplanung“) und Ritter („zahlreiche Neukontakte, qualitativ wertvoll“).

… und gesunde Ernährung ^

Ob Caso, Jupiter, Gastroback, KitchenAid, Novis, Unold, Petra Electric, Bianco di Puro, Solis, WMF oder Vitamix: Überall ging es auch in Frankfurt um das Mega-Thema gesunde Ernährung im allgemeinen und um das Herauspressen, Schleudern oder Zentrifugieren von Vitaminen, Mineralien und sekundären Pfanzenstoffen zu farblich verführerischen, geschmacklich köstlichen Smoothies. Mal mittels Highspeed-Variante und Turbo-Lärm, mal in der gemächlicheren Slow Juicer-Variante.

Gesund scheint beides, aber ein wenig ketzerisch mag die Frage angesichts der lärmenden Küchen-Bolliden schon angebracht sein, warum die Industrie bei flüsterleisen Geschirrspülern so akribisch auf geringe Dezibelwerte achtet, wenn oben auf der Arbeitsplatte ein Hochleistungsmixer seinen Dienst versieht. Man kann im wieder entdeckten Lebensraum Küche (und wo wird dieser mit seinen stilvollen Accessoires emotionaler und genussvoller inszeniert als auf der Ambiente in Frankfurt) entweder miteinander kommunizieren oder einen Smoothie-Power-Drink herstellen. Beides zugleich geht nicht.

Unter all’ den in Frankfurt gezeigten „IFA-Helden“, die jetzt in den Regalen des Handels stehen, hätten wir beinahe den Wurster von Severin vergessen. Der gehörte in diesem Jahr zu den Gewinnern der „KüchenInnovation des Jahres“ und wurde zusammen mit allen prämierten Produkten im Rahmen einer Sonderpräsentation im Foyer zwischen den Hallen 5.1 und 6.1 gezeigt. Doch ein Wurster hinter einem Glaskubus, mithin ohne Wurst, ist wie das Erdbeereis hinter der Fensterscheibe – die Sinne werden nicht elektrisiert.

Verwaist war die Severin-Standfläche dennoch nicht. Caso Germany, wenn man so will sauerländischer Nachbar, hat sich den Platz mit einem kompakten Stand voller Neuheiten gesichert. Messe-Hero hier war die neue Design-Küchenmaschine KM 1200 Chef – genauso kraftvoll, designstark und zupackend wie die jüngere Unternehmensgeschichte der Braukmann-Brüder. Und wo passt so eine Küchenmaschine besser hin als auf die Ambiente, wo es ringsum glitzert, funkelt und duftet. Ein Erlebnis!